Verspielt
Zar Peter I., genannt «der Große», inspirierte zahlreiche Dichter und Komponisten, so auch Gaetano Donizetti, der ihm gleich zwei Opern widmete. Dem Frühwerk «Pietro il Grande» (1818) folgte neun Jahre später «Il borgomastro di Saardam» auf ein französisches Bühnenstück, das die Grundlage auch für Albert Lortzings «Zar und Zimmermann» bildete. Es geht darin um einen historisch beglaubigten Aufenthalt Peters im niederländischen Zaandam (1698), wo er das Schiffsbauhandwerk erlernte.
Schon ein erster Vergleich zeigt, dass der gewitzte Dramaturg und Theaterpraktiker Lortzing, der sich seine Texte selbst schrieb, mehr aus dem Sujet herausgeholt hat als sein italienischer Kollege. Szenen wie der Holzschuhtanz oder die Chorprobe fehlen in der Version Donizettis, aber auch die politische Intrige bleibt unterbelichtet. Er arbeitet mit den Versatzstücken der neapolitanischen Opera buffa. Marietta ist hier das Mündel des alten Bürgermeisters, der ein Auge auf sie geworfen hat, und unsterblich verliebt in den hasenfüßigen, aber wunderbar schmachtenden Deserteur Pietro Flimann. Das gibt Anlass für empfindsame Duette, und da die Oper für die Sopranistin Caroline Unger (später die erste Adina ...
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