Ertüchtigung

Weill mit Publikumsbeteiligung: ein bürgerstolzer «Silbersee» am Theater Pforzheim

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Der Schwarzwaldfluss Enz, bei Wildbad noch eher ein Gebirgsbach, durchfließt nicht nur romantische Wälder und Auen, sondern säumt auch heftige Industrielandschaft. Diese konzentriert sich vor allem in Pforzheim, der traditionellen «Goldstadt», deren  Reichtum heute wohl «Arbeit» heißt. Dieser Reichtum korrespondiert mit der Armut an altehrwürdiger Bausubstanz, die im Kontext einer unberaten-wildwüchsigen Moderne (Stichwort «autogerechte Innenstadt») 100-jährige Mietskasernenfassaden hier schon zu schönen Antiquitäten nobilitiert.

Der schmucke Theaterneubau nahe der Enz gehört jedoch zu den geglücktesten seiner Art in Deutschland, und was hier in der Intendanz des gestandenen Opernszenikers Thomas Münstermann gespielt wird, kann sich sehen und hören lassen. In dieser Spielzeit etwa Kurt Weills «Silbersee» aus dem Jahre 1933, zu dem sich Regisseur Münstermann etwas Besonderes ausgedacht hat, was auch weitere Produktionen betrifft – einen aus den Besucherreihen formierten Bewegungs­chor, der die singenden professionellen Kollektive, in Blaumännern und mit langen, zu dekorativ bühnenfüllenden Mustern gebrachten Stangen bewaffnet, wirkungsvoll ergänzt. Eine sinnvoll «interaktive» ...

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Opernwelt August 2018
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Hans-Klaus Jungheinrich

Vergriffen
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