Verdeckte Umverteilung
In Österreich dreht sich der Wind und pfeift der Hochkultur hart ins Gesicht. Das bisher herrschende Einverständnis über die Unantastbarkeit traditionsreicher Institutionen scheint außer Kraft gesetzt. Man bemerkt das veränderte Klima aktuell am forschen Umgang mit dem Intendanten der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, und man spürt es erdrutschartig in Wien, jener Stadt, für die einst das geflügelte Wort galt, das mal Gustav Mahler, mal Karl Kraus in die Schuhe geschoben wird: «Wenn die Welt untergeht, ziehe ich nach Wien; dort passiert alles 50 Jahre später.
» Doch nun ist Wien hoch verschuldet und muss dringend sparen. Neulich war noch alles bestens, gerade ein Jahr ist es her, dass sich die Stadt mit einem Budget von 22 Millionen Euro in die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag des «Schani» stürzte. Der künstlerische Ertrag der großen Strauß-Sause fiel zwar durchwachsen aus, aber immerhin machte das Festival 2,5 Millionen Euro plus, die zurückgezahlt wurden. Der Walzerkönig ist heilig, der «Donauwalzer» ist einer der größten Exportschlager Österreichs, Strauß ist mehrheitsfähig und steht nicht unter Hochkulturverdacht. Oder jetzt doch? Wie anders ist zu verstehen, dass ...
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Opernwelt April 2026
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Regine Müller
Dass die maßlose Anzahl an Mordtaten selbst dem Tod zu viel werden könnte, ist ein eindrucksvoller Gedanke. Es sagt mehr über das Morden als über den Tod, der gewiss ein Berufsteilnehmer mit Ehre im Leib oder im Knochengerüst ist. Ein Streik des Todes hat auch etwas unheimlich Komisches. Es ist schlecht für Mörder, es düpiert Tyrannen.
In Viktor Ullmanns Oper «Der...
Ein tödlicher Zusammenbruch Giacomo Puccinis bei «Nessun dorma», ein ähnlich letaler Moment Carl Maria von Webers während des Jägerchors, das wären vergleichbare Geschehnisse. Wir wissen: Nichts davon ist passiert. Auch nicht der Exitus des in Ekstase geratenen Alexander Borodin während seiner berühmtesten Nummer, der «Polowetzer Tänze». Für bange Sekunden werden...
Param Vir, indisch-britischer Komponist, ist schon 1992 bei der seinerzeit von Hans Werner Henze geleiteten Münchener Biennale in Erscheinung getreten mit zwei Operneinaktern, in denen es um buddhistische Fabeln ging. Danach erschienen im großen Abstand zwei weitere Musiktheaterwerke und nun in Bonn eine neue Oper über Siddhartha Gautama und seinen Weg zum Buddha....
