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Puccini: La Bohème am Theater Bremen

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Bremen ist das Bundesland mit der höchsten Armutsquote. Was das mit Oper zu tun hat und speziell mit «La Bohème»? Aus dem deprimierenden Ranking zieht Alize Zandwijk für ihre Inszenierung am dortigen Theater einen bemerkenswerten Schluss: Sie kooperiert mit der ortsansässigen Tafel – jener Organisation, die überschüssige Lebensmittel einsammelt, um sie an Bedürftige weiterzugeben. Das sieht in der Praxis so aus, dass alle Theaterbesucher gebeten werden, zu den «Bohème»-Vorstellungen Kaffee, Tee, Reis, Nudeln, Konserven, Kekse oder Schokolade mitzubringen.

Außerdem werden die eingesammelten Waren, bevor sie an Bedürftige weitergegeben werden, ins Bühnenbild integriert; denn das zweite Bild spielt nicht vor dem Pariser Café Momus, sondern in der nachempfundenen Lebensmittel-Verteilungsstelle der Bremer Tafel (Bühne: Theun Mosk). Armut wird damit zu einem für das Publikum hautnah spürbaren Element dieser Produktion.

Die Idee, dass künstlerische mit sozialen Belangen verbunden werden, dürfte einmalig sein und ist ebenso bemerkens- wie nachahmenswert. Der Rest allerdings ist – leider – Konvention. Zandwijk, die als Leiterin des Bremer Schauspiels eine differenzierte Personenführung ...

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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Gerhart Asche

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