Fern, aber heutig
Vierundzwanzig Bühnenbilder, 673 Kostüme, diverse Überraschungseffekte, sogar ein echtes Kamel: Das Logbuch zur Uraufführung 1875 taugt locker als Vorbild für Zeffirelli-Events. Und gleichzeitig täuscht der Aufwand über den wahren Gehalt hinweg: Jacques Offenbach ging es mit «Le Voyage dans la lune» gewiss um plaisir. Doch mit dem Augenfutter wurde wie immer bei ihm Subversives transportiert.
Auf der Erde eine bröckelnde Staatsmacht, ein in Bürokratie versackendes System, das Matriarchat in der Wissenschaft (es gibt ausschließlich Astronominnen), auf dem Mond dagegen Frauen am Herd, als Börsen-Objekt oder Luxus-Accessoire, eine Nachwuchslösung ohne Sex (Kinder bezieht man aus dem Kinderland) und Liebe als Krankheit: Problemlos ließe sich aus diesen Zutaten noch heute ein Musiktheater rühren.
Dass die Mondbewohner für die eindringenden Erdlinge an eine schnelle Lösung denken («erst einmal einsperren») und auch gegendert wird, steht zwar nicht im Stück, passt aber zur Premiere im Söder-Land. Für «Die Reise zum Mond» hat das künftige Staatstheater Regensburg alle Schleusen geöffnet. Die Kostüme wechseln gefühlt im Fünf-Minuten-Takt, die Kulissen lassen an Retro-Science-Fiction à la ...
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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Markus Thiel
Herr Zielke, die erste Information auf Ihrem Facebook-Account lautet «Ich bin 1,87 Meter groß». Warum ist das so wichtig?
Der Eintrag ist 20 Jahre alt, glaube ich. In den Sozialen Netzwerken wird ja Selbstdarstellung großgeschrieben. Hobbys wie Reiten, Reisen – da fand ich eine solche Banalität ganz passend.
Wie wichtig ist Social Media in Ihrem Beruf?
Sehr...
JUBILARE
Heinz Zednik, der am 21. Februar 1940 in Wien geboren wurde, war einer der führenden Charaktertenöre des 20. Jahrhunderts. Nach einem Gesangsstudium am Konservatorium seiner Heimatstadt erhielt er sein erstes Engagement 1964 am Opernhaus Graz. Schon ein Jahr später wechselte er an die Wiener Staatsoper, wo er 1980 zum Kammersänger und 1994 zum...
Nein, der Mond scheint hier nicht über Judäa. Weder am Anfang, wenn er im Original als seltsame Scheibe am freitonalen Firmament auftaucht und den wunderschön singenden Narren Narraboth (Denzil Delaere) in seiner nachgerade idiotischen Verliebtheit anstrahlt, noch am Ende, wenn er aus dem grellen Cis-Dur-Tremolo hervorbricht und die Prinzessin beleuchtet, kurz...
