Fern, aber heutig

Offenbach: Die Reise zum Mond am Theater Regensburg

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Vierundzwanzig Bühnenbilder, 673 Kostüme, diverse Überraschungseffekte, sogar ein echtes Kamel: Das Logbuch zur Uraufführung 1875 taugt locker als Vorbild für Zeffirelli-Events. Und gleichzeitig täuscht der Aufwand über den wahren Gehalt hinweg: Jacques Offenbach ging es mit «Le Voyage dans la lune» gewiss um plaisir. Doch mit dem Augenfutter wurde wie immer bei ihm Subversives transportiert.

Auf der Erde eine bröckelnde Staatsmacht, ein in Bürokratie versackendes System, das Matriarchat in der Wissenschaft (es gibt ausschließlich Astronominnen), auf dem Mond dagegen Frauen am Herd, als Börsen-Objekt oder Luxus-Accessoire, eine Nachwuchslösung ohne Sex (Kinder bezieht man aus dem Kinderland) und Liebe als Krankheit: Problemlos ließe sich aus diesen Zutaten noch heute ein Musiktheater rühren.

Dass die Mondbewohner für die eindringenden Erdlinge an eine schnelle Lösung denken («erst einmal einsperren») und auch gegendert wird, steht zwar nicht im Stück, passt aber zur Premiere im Söder-Land. Für «Die Reise zum Mond» hat das künftige Staatstheater Regensburg alle Schleusen geöffnet. Die Kostüme wechseln gefühlt im Fünf-Minuten-Takt, die Kulissen lassen an Retro-Science-Fiction à la ...

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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Markus Thiel

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