Unter Wasser
Manche Bilder, so sehr man sich darum bemüht, wollen nicht aus dem Kopf. Zum Beispiel jene bizarr-absurde Pointe am Ende von Lothar-Günther Buchheims Filmklassiker «Das Boot». Zwischen Skylla und Charybdis, unter unerhörtem physischen wie psychischen Druck, hat sich das deutsche U-Boot hindurchgeschlängelt, ist in den vermeintlich sicheren Hafen gelangt. Der Himmel ist sonnig-blau, das unerwartete Glück zum Greifen nah. Doch dann hagelt es Bomben – der Tod kommt aus der Luft, nicht aus dem Wasser.
Womöglich hatte Annilese Miskimmon, seit zwei Jahren Intendantin der Norske Operaen, Szenen wie diese im Kopf, als sie ihre erste Regiearbeit für Oslo vorbereitete, Brittens «Billy Budd». Und vielleicht ließ sie sich bei ihrer Entscheidung, ein U-Boot auf die Bühne hieven zu lassen, nicht nur von der Geschichte leiten, sondern dachte den entscheidenden Schritt weiter: wie es ist, wenn die Welt auf eine stählerne, atemfreie Hülle zusammenschrumpft.
Die Musik in «Billy Budd» erlaubt die Metaphern: Enge und Reibung, Implosion und Explosion, Depression und Aggression. Schon die Terzen des Prologs kratzen einander, d-h und d-b, Dur und Moll. Im weiteren Verlauf der Oper erscheint dieses ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Jürgen Otten
Die Handlung spielt in Paris, doch wäre sie nicht besser im flämischen Antwerpen, der Stadt der Juweliere und Diamantenveredler, verortet? Immerhin ist Paul Hindemiths «Cardillac», die Geschichte vom Goldschmied, der seine Produkte zwar verkauft, seine Kunden aber dann meuchlings ermordet, um sich die Kunstwerke zurückholen und allein an ihnen delektieren zu...
alpha
03.03. – 20.15 Uhr
Wagner: Lohengrin
Bayreuther Festspiele, 2018 Mit Spannung wurde im vergangenen Sommer die Neuinszenierung von Richard Wagners «Lohengrin» erwartet. Regie führte Yuval Sharon, Neo Rauch und Rosa Loy zeichneten für Bühnen- und Kostümbild verantwortlich. Anja Harteros feierte ihr Festspiel-Debüt als Elsa. Zum hochkarätigen Ensemble gehörten...
Stefano Poda ist – wie sein italienischer Landsmann Romeo Castellucci oder wie Achim Freyer – Regisseur, Bühnenbildner, Choreograf, Kostüm- und Lichtgestalter in Personalunion. Seine Inszenierungen zeichnen sich durch eine strenge, genau kalkulierte Formensprache aus. Man könnte auch sagen: Er unterwirft die Werke, die er sich vornimmt, seiner eigenen Ästhetik....
