Tragisches Format
Stefano Poda ist – wie sein italienischer Landsmann Romeo Castellucci oder wie Achim Freyer – Regisseur, Bühnenbildner, Choreograf, Kostüm- und Lichtgestalter in Personalunion. Seine Inszenierungen zeichnen sich durch eine strenge, genau kalkulierte Formensprache aus. Man könnte auch sagen: Er unterwirft die Werke, die er sich vornimmt, seiner eigenen Ästhetik.
So gibt es in Podas Turiner «Turandot» keinerlei China-Folklore – die Handlung spielt in einem leeren weißen Raum, die Einwohner von Peking, das Volk, auch die Vertreter der Herrschenden, tragen weiße Kleidung, selbst die Körper der Tänzerinnen sind weiß bemalt. Nur Calaf und sein Vater tragen schwarz. Im letzten Akt kehrt sich die Farbsymbolik um. Ein traumhaftes Spiel vollzieht sich so, eine Abfolge ritualisierter Aktionen.
Poda zieht sein visuelles Konzept mit bewundernswerter Konsequenz durch. Doch in dramaturgischer Hinsicht kann die Interpretation nicht durchweg überzeugen, für den Zuschauer ist sie nur bedingt nachzuvollziehen. Zum Beispiel fügt Poda den im Libretto genannten Rätseln der Turandot (die Calaf, auf einer Chaiselongue kauernd, lässig beantwortet) zahlreiche neue hinzu. Vor allem die Grundidee, die ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Ekkehard Pluta
Der 1813 entstandene «Faust» von Louis Spohr gehört zu den mehr gerühmten als wirklich bekannten, gar aufgeführten Hauptwerken der deutschen romantischen Oper; ja, er markiert, zusammen mit der «Undine» des Dichterkomponisten E.T.A. Hoffmann, recht eigentlich deren Beginn. An Goethe und die spätere musikalische «Faust»-Metaphysik des 19. Jahrhunderts darf man...
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der angekündigten Musiktheater- und Opernpremieren des Monats. Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
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I = Inszenierung
B =...
60. Jahrgang, Nr 3
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