Unter dem Vulkan

Wagner: Das Rheingold an der Royal Opera London

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Wenige Regisseure haben Wagners Tetralogie gleich zweimal inszeniert. Götz Friedrich beispielsweise legte einen «Ring» für Covent Garden und einen weiteren für die Deutsche Oper Berlin vor. Am Royal Opera House startete nun mit dem «Rheingold» die neue Lesart von Barrie Kosky, der den «Ring» ab 2009 schon in Hannover inszenierung hatte.

Noch vor Beginn des Es-Dur-Vorspiels schlurft eine spindeldürre Greisin auf die Bühne.

Mit kleinen Schritten bewegt sich diese Frau, die Wotan später mütterlich umarmen wird, hin zu einem Punkt, an dem ein kleines, drehbares Modul eingelassen ist, wo wir bereits zu diesem Zeitpunkt die Urmutter Erda sehen, deren Stimme (Wiebke Lehmkuhl) später berührend und sehr nachdenklich von der Bühnenseite hineinklingt. Bevor die stumm-greise Erda ihre Position auf der Drehscheibe einnimmt, von der aus sie gedanklich in den «Ring» hineinmanövriert wird, schlägt sie ihre Hände erst auf, so als wolle sie in einem Märchenbuch lesen, und dann vors Gesicht. Denn diese Geschichte ist zwar grotesk und märchenhaft, aber auch voller Gewalt.

Rhein-Wasser sieht man im Folgenden nicht. Dafür aber eine riesige, mit vielen Löchern versehene (offenbar am Ende einer gedachten ...

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Opernwelt November 2023
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Arno Lücker

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