Unruhestifter

Eine Ausstellung im Arnold Schönberg Center widmet sich dem Verhältnis von Karl Kraus und Schönberg

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Freunde wurden sie nie. Dafür waren sie zu unterschiedlich, sowohl was ihre persönlichen wie ästhetischen Vorlieben und ihre Weltanschauung, als auch was ihr Naturell betraf. Sichtbar wird diese Differenz nicht nur auf den Gemälden, die Oskar Kokoschka von ihnen anfertigte, sondern sogar anhand der Totenmasken, die den einen, Kraus, als friedlich-sanft Entschlafenen zeigen und den anderen, Schönberg, als schmallippig aus dem Leben Gerissenen.

Weggefährten aber durfte man sie getrost nennen, zumal beide im selben Jahr geboren wurden, kurz nach dem verheerenden Börsenkrach, der ganz Kakanien schwer erschütterte. Karl Kraus und Arnold Schönberg zählten in Wien zweifelsohne zu den schillerndsten Gestalten eines Kreativkreises, der ohnehin in vielen Farben, Formen und Facetten schillerte – die Liste der Namen bedeutender Künstler wäre zu lang, um sie an dieser Stelle durchzubuchstabieren. Noch heute staunt man angesichts der Fülle an künstlerischen Ergüssen in der Bildenden Kunst, der Literatur, Musik und dem Theater.

Eine klug konzipierte Ausstellung im Arnold Schönberg Center wirft nun einen Blick auf das Verhältnis dieser beiden genial veranlagten (und polemischen gestimmten) ...

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Opernwelt April 2024
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Jürgen Otten

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