Über allem ein zarter Schimmer

Sonya Yonchevas poetische Hommage an die Schriftstellerin George Sand

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Wir stellen uns die Szene vor. Eine Soirée im Hause Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueils, mit illustren Gästen, sämtlich kunstsinnige Feingeister wie die Gastgeberin selbst, die unter ihrem Pseudonym George Sand Eingang in die Literatur- und Musikgeschichte gefunden hat. Vorneweg, wie sollte es anders sein, Frédéric Chopin, der empfindsame Pianist und ihr (zeitweiliger) Lebenspartner, an seiner Seite Franz Liszt, Löwe der Salons, der auch in seinen Klavierstücken das Intime überwinden sollte.

Ihm gegenüber Alfred de Musset, wortmächtiger Dichter, Connaisseur und ebenfalls für einige Jahre Geliebter der Schriftstellerin. Schließlich ist da auch noch jene schillernde Sängerin und Komponistin, deren Aura, glaubt man den Berichten der Zeitzeugen, enorm gewesen sein muss – Pauline Viardot. Nun sitzen sie alle dort im Salon, bei Kerzenlicht und Champagner, führen gepflegte Konversation, sinnieren über das Leben, die Kunst und den Menschen, und von Zeit zu Zeit wird dazu noch der Érard-Flügel mit Klängen bestäubt, wenn Chopin oder Liszt sich dorthin bequemen, um ihre Finger über die Tasten tanzen zu lassen.

Sonya Yoncheva hatte diese filmreife Szene vor dem inneren Auge, als sie ...

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Opernwelt April 2025
Rubrik: Medien, Seite 30
von Virginie Germstein

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