Turbulentes Finale

Die Dirigentin Anja Bihlmaier verabschiedet sich in Hannover mit einer eindrucksvollen «Rusalka» Richtung Kassel

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Erst eine vorlaute Sängerin, dann eine stimmlose: Für die Dirigentin Anja Bihlmaier, die zum Beginn dieser Spielzeit von Hannover nach Kassel wechselte, um dort Erste Kapellmeisterin und stellvertretende Generalmusikdirektorin zu werden, begannen die Abschiedswochen in der niedersächsischen Landeshauptstadt ein wenig turbulent. Da musste sie in der Zeitung lesen, dass Simone Kermes, als Gast zur Spielzeiteröffnungsgala angereist, zum Thema Dirigentinnen spontan ein abfälliges «Auweia» entfuhr.

Allerdings hatte Bihlmaier, die ihre Irritation darüber im Gespräch nur ganz dezent andeutet, an diesem Abend Glück. Sie musste mit Frau Kermes nicht auftreten und wurde so auch von der spontanen Versöhnungskussattacke verschont, mit der Kermes die Generalmusikdirektorin Karen Kamensek bedachte.

Weniger Glück hatte Bihlmaier bei der Premiere von Dvoráks «Rusalka»: Ironischerweise hatte die Sängerin der stummen Nixe ihre Stimme verloren. Von der Seite sang, sehr respektabel, Ensemblemitglied Rebecca Davis, während auf der Bühne die erkrankte Sara Eterno die Seelenqualen einer bald verlassenen Geliebten verkörperte. Der damit einhergehende Verfremdungseffekt passte allerdings ganz gut zur eher ...

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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 83
von Rainer Wagner

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