Très charmant

Sandrine Piau und das Quatuor Psophos vereinigen sich bei Liedern von Schubert zum Quintette imaginaire

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Sandrine Piau ist selbst im Herbstglanz ihrer Stimme noch immer für ein Abenteuer gut – einen «Schritt zur Seite», wie sie im Booklet ihres neuen Albums schreibt, auf dem sie in Begleitung des Quatuor Psophos «die Osmose zwischen den Haaren der Bögen und der Körnung meiner Stimme» erforscht. Der Geiger, Komponist und Dirigent Jacques Gandard hat zehn Schubert-Lieder für Streichquartett transkribiert.

Anders als Aribert Reimann, Christian Jost oder Hans Zender, die in ihren Schubert- und Schumann-Adaptionen die Originale gleichsam überschreiben, hält er sich streng an die Vorlage, komponiert nichts hinzu oder gar um. Dennoch entsteht, allein schon durch die konsequente Reduktion des vollgriffigen Klaviersatzes auf die nackte klassische Vierstimmigkeit, ein gänzlich neuer Ton. Überdies weicht der harte, metallische Anschlag des Klaviers, in dem stets ein Moment des Perkussiven mitschwingt, einem warmen, weichen Klang, der die Stimme in sich bettet, ja ihren Körper wie ein Kleid umhüllt. Was wir hören, ist wirklich ein imaginäres Quintett mit dem Gesang als so distinkter wie distanzierter fünfter Stimme.

Glanzvoll bewährt sich das Verfahren in den überwiegend schwermütig-getragenen ...

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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Medien, Seite 32
von Uwe Schweikert

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