Très charmant

Véronique Gens singt französische Orchesterlieder des 20. Jahrhunderts, Hervé Niquet darf sie begleiten

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Wie in Deutschland, so stand auch in Frankreich das Orchesterlied stets im Schatten des klavierbegleiteten Sololieds, der mélodie. Héctor Berlioz war der Erste, der 1856 die Orchesterversion seiner «Les nuits d’été» einer musikalischen Feinarbeit unterzog, die sich vom Operngesang mit seinen kräftigeren instrumentalen Pinselstrichen meist deutlich abhebt. Dieser Praxis sind bis zu Debussy und Ravel auch die jüngeren Komponistengenerationen gefolgt.

Véronique Gens, die mit ihrem Album «Vision» bereits 2017 eine erste Auswahl aus dem Repertoire vorlegte, engagiert sich mit ihrer neuesten Solo-CD «Paysage» ein weiteres Mal für das vergessene Erbe der Spätromantik. Mit von der Partie ist wieder das vorzügliche Münchner Rundfunkorchester unter der aufmerksamen Leitung von Hervé Niquet sowie die Palazetto Bru Zane-Stiftung mit ihrer begleitenden Forschungsarbeit. Und erneut begegnen wir, mit Ausnahme dreier Lieder Gabriel Faurés, die man in ihren Klavierversionen kennt, weitgehend unbekannten Stücken, ja mit Théodore Dubois (1837–1924) und Fernand de La Tombelle (1854–1928) sogar eher ungeläufigen Namen.

Der mit vier Beispielen prominent berücksichtigte Dubois erweist sich vor allem in ...

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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 30
von Uwe Schweikert

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