Flieg, Schwalbe, flieg!
Alle Schwalben fliegen, wenn sie, wie der Volksmund sagt, weiterhin schönes Wetter versprechen, hoch. Diese nicht. «La rondine», so ihr originaler Name, schwirrt irgendwo in den tiefhängenden Wolken umher, ohne je den Weg zur Sonne gefunden zu haben. Die Musikgeschichte hat Giacomo Puccinis Commedia lirica auf eine Stufe mit seinen frühen (Fehl-)Versuchen gestellt, mit «Le Villi» und «Edgar». Ob zu Recht oder nicht, darüber streiten die Gelehrten bis heute, wobei die Mehrzahl sich nicht für bewundernde Anerkennung entscheiden mag.
Allzu wankelmütig in der Gattungsfrage ist die italienische «Schwalbe» – zwischen Oper und Operette scheint es kein Plätzchen für sie zu geben. Eine kräftige Brise «La traviata» weht durch das Stück, eine Andeutung von «Fledermaus»-Flair, ein zarter Duft der «Bohème», sogar an den «Rosenkavalier» wird man erinnert. Ein Kessel Buntes also. In dem auch der Geist von Franz Lehár wohnt. Ihm hatte man zunächst jenes holprige Libretto angeboten, das – nach der Absage des Operetten-Königs – auf Puccinis Schreibtisch landete, geschmückt mit einer geradezu unanständigen finanziellen Offerte: 200.000 österreichische Kronen plus 50 Prozent Tantiemen wollten Siegmund ...
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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Jürgen Otten
Wie in Deutschland, so stand auch in Frankreich das Orchesterlied stets im Schatten des klavierbegleiteten Sololieds, der mélodie. Héctor Berlioz war der Erste, der 1856 die Orchesterversion seiner «Les nuits d’été» einer musikalischen Feinarbeit unterzog, die sich vom Operngesang mit seinen kräftigeren instrumentalen Pinselstrichen meist deutlich abhebt. Dieser...
Das ist ja wirklich mal eine grandiose Überraschung. Nicht, dass man dem Theater Luzern eine solche Wundertat nicht zutrauen würde – das Haus war schon oft für Überraschungen gut. Aber das jetzt, das ist wirklich umwerfend. Antonio Vivaldis «Giustino», geschickt gekürzt auf eine Netto-Spielzeit von zweieinhalb Stunden, also immer noch recht lang, aber so süchtig...
Zwei Frauen in einem Kleid? Na, das kann ja heiter werden. Im Fall der jungen, aufstrebenden Sopranistin Eva Zalenga und der formidablen Pianistin Doriana Tchakarova aber trifft das Bild, mit dem das Cover ihres Debütalbums geschmückt ist, den Kern der Causa. Beide verbindet eine längere Zusammenarbeit, die nun Ausdruck findet in einer CD, die wiederum jene engen...
