Todestanz
Krzysztof Warlikowski liebt es, unterschiedliche Werke miteinander zu verbinden, um daraus eine ganz persönliche Vision zu entwickeln. So auch 2015 in Paris, als er Bartóks «Herzog Blaubarts Burg» und Poulencs «La voix humaine» zu einer eindrucksvollen Aufführung verband. Die Produktion, die nichts von ihrer Faszination verloren hat, wurde nun am Teatro San Carlo in Neapel mit leicht veränderter Besetzung wieder aufgenommen. Elīna Garanča übernahm die Rolle der Judit, Barbara Hannigan war (erneut) die «Frau» in Poulencs Monooper.
Zwei einander völlig fremde Musikwelten werden bei Warlikowski auf magische Weise miteinander verflochten. Da wie dort sieht sich eine weibliche Hauptfigur einer animalischen Bedrohung gegenüber – eine Form von Sublimierung der Begegnung von Männlichem und Weiblichem. Judit kann sich eine Paarbeziehung nicht vorstellen, ohne alles über ihren Partner zu wissen. Auf der symbolträchtigen Bühne von Małgorzata Szczęśniak gibt es nur riesige Vitrinen, als Teil eines Museums des Grauens. In der Folterkammer steht eine Badewanne mit rotem Satintuch, in weiteren Vitrinen befinden sich eine Waffensammlung, glitzernder Schmuck sowie eine Reihe blutbefleckter ...
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Opernwelt Juli 2024
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Guy Cherqui
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