Tod am Geburtstagstisch

In Amsterdam inszeniert Barrie Kosky Puccinis «Il trittico» humorvoll und fern aller Klischees, in Oldenburg glänzen die Sänger und teilen sich drei Regisseure die Arbeit

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Opern, in denen eine Autohupe und eine Sirene als Instrumente zum Einsatz kommen, haben höchsten Seltenheitswert. Kirchenglocken als Übernahme eines akustischen Alltagsphänomens in die Sphäre der Kunstmusik waren zur Uraufführung von «Il trittico» anno 1918 an der New Yorker Metropolitan Opera allerdings schon etabliert: In Mascagnis «Cavalleria rusticana» sind sie zu hören wie bei Puccini selbst – in seinem mit viel Blut getränkten Verismo-Schocker «Tosca».

Diese deutlich wahrnehmbaren Zutaten aus dem wahren Leben sollten die in der Romantik oft mythologisch wie märchenhaft der Welt enthobene Gattung «Oper» mit der Wirklichkeit versöhnen und dazu auch mit den unschönen, aber als nötig erachteten Mitteln der Drastik kurzschließen. Der fatalistischen Stimmung auf dem Lastkahn des Michele, der auf der Seine südöstlich von Paris schippert, verleiht das Herüberwehen dieses auskomponierten Großstadt-Sounds jedenfalls die Glaubwürdigkeit eines ungeschminkten Lebens: seine Dumpfheit, seine Härte, seine grellen Farben. «Il tabarro», Teil eins von Giacomo Puccinis kontrastprallem Triptychon, steht denn auch in der Tradition des französischen «Grand Guignol», jener schonungslosen ...

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Opernwelt Juli 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 19
von Peter Krause

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