Last exit Weser: die vier Stadtmusikanten. Foto: Joachim Fieguth

Tierisch gut

Sendil: Die Bremer Stadtmusikanten/Bremen Mızıkacıları Berlin | Komische Oper

Opernwelt - Logo

Es gibt auch noch gute Nachrichten aus der Türkei. Zum Beispiel, dass das Grimm’sche Märchen von den Bremer Stadtmusikanten dort ebenfalls sehr populär ist – als «Bremen Mızıkacıları». Zumindest behauptet das die Komische Oper Berlin auf ihrer Webseite. Jetzt hat sie mit Attila Kadri Sendil einen türkischen Komponisten beauftragt, die diesjährige Kinderoper zu schreiben. Dazu muss man wissen: Kleine Besucher werden an der Behrenstraße traditionell nicht ins «Zauberflöte für Kinder»-Rahmenprogramm abgeschoben.

Stattdessen wird jede Saison ein Stück für sie neu komponiert und auf der großen Bühne aufgeführt.

Nun also »Die Bremer Stadtmusikanten». Sendil, der Klarinettist ist und an der Universität von Antalya Komposition unterrichtet, hat eine zackige, mitsingbare Partitur geschrieben, mit Jazz-Einsprengseln, fröhlich gepfiffenen Liedern («Wir ziehen los nach Bremen») und, ja, streckenweise auch opernhaften Passagen, in denen das stark bläserdominierte Orchester unter Leitung von Ivo Hentschel, dem neuen Kapellmeister, voll aufdrehen kann und die Sänger Arien schmettern dürfen. Manche davon auch auf Türkisch.

Die vier tierischen Hauptdarsteller sind die Stars des Nachmittags. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2017
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Udo Badelt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ohne &, please!

Sie wollen ihn ganz alleine, ohne den notorisch davorgeklemmten Namen seines Librettisten William Schwenck Gilbert: Die Mitglieder der 2009 gegründeten Deutschen Sullivan-Gesellschaft sind davon überzeugt, dass es sich lohnt, Sir Arthur nicht nur als Teil eines der berühmtesten Duos der Operngeschichte zu betrachten, sondern als umfassend kompetenten Komponisten,...

Lehár ohne Schmalz

Schau an, das können sie also auch! Die Frankfurter Oper gilt nicht unbedingt als Hort der Operette – die konzertante Aufführung von Lehárs «Graf von Luxemburg» (1909) war tatsächlich eine Frankfurter Erstaufführung, sie hat dem dortigen Publikum außerordentlichen Spaß bereitet. Dem Hörer des CD-Mitschnitts geht es, mit Einschränkungen, genauso. Das Frankfurter...

Und die Musi spielt weiter

Der Alte spricht von «wehmütiger Erinnerung», der Neue von «Energie und Enthusiasmus», aber auch «Demut». Der Wechsel an der Spitze des Lehár Festivals Bad Ischl ist getragen von Emotionen, wie es angemessen ist für ein Genre, in dem Gefühl dominiert. 14 Jahre lang hatte Michael Lakner als Intendant die Entwicklung des größten Musiktheaterfestivals in...