Süße Bonbons

Puccinis «La Bohème» geht immer. Neue Lesarten an den Theatern von Dortmund, Aachen und Hagen belegen es

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Drei Mal «La Bohème» binnen einer Woche, kann man das aushalten? Oder nervt das dritte «Che gelida manina …» womöglich schon? Um gleich Entwarnung zu geben: Belastungstests dieser Art sind sogar ungemein erhellend, denn in der hohen Schlagzahl schält sich so etwas wie ein heißer Kern des Werks an sich heraus, der aus Momenten besteht, die immer funktionieren, weil sie einfach perfekt gemacht sind.

Wie immer man zu Puccinis «La Bohème» steht, eines wird man zugeben müssen: dass diese Oper zu jenen Meisterwerken gehört, deren unmittelbarer Wirkkraft auch mittlere, schlechte oder selbst konzeptionell missglückte Aufführungen kaum etwas anhaben können.

Zahlreiche Häuser setzen in diesem Winter auf Wiederaufnahmen, es sind legendäre Produktionen dabei wie Peter Konwitschnys Leipziger Deutung, Klassiker wie Götz Friedrichs Version an der Deutschen Oper Berlin, Christine Mielitz’ Dresdener Version von 1983. Und allein in Nordrhein-Westfalen gibt es neben Wiederaufnahmen derzeit auch drei Neuproduktionen. Also höchste Zeit zu fragen, ob das viel zitierte Missverständnis von Erich Kästner aus «Pünktchen und Anton» noch zutrifft: «Man gab Bohème, das ist eine sehr schöne Oper, und die Musik ...

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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Regine Müller

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