Strauss: Arabella
Opern von Richard Strauss gelangen in den letzten zehn Jahren in Regensburg szenisch mit wechselndem, musikalisch hingegen durchgehend mit gutem Erfolg. Nach «Intermezzo», «Elektra», «Salome», «Ariadne auf Naxos» und «Rosenkavalier» folgte nun «Arabella», die szenisch wie musikalisch in einem Maße gelang, wie es für eine Bühne dieser Größe nicht alltäglich ist.
Hausherr Ernö Weil sieht als Regisseur im Werk das Porträt einer zerbrechenden Gesellschaft und siedelt das Geschehen – Intentionen Hofmannsthals folgend – daher direkt vor dem Ersten Weltkrieg an.
Das Publikum soll teilhaben am Zusammenbruch der k. u. k.-Monarchie, wo Menschen wie die Waldners völlig unvorbereitet in die Katastrophe stolpern. Mühsam aufrechterhaltene gräfliche Atmosphäre lebt noch in den Prachtkostümen von Reinhard Heinrich, fahle Tristesse zeigt hingegen die Bühne von Konrad Kulke, der mit einigen Requisiten ein schmuckloses Hotelzimmer andeutet, dessen Boden mit einem verblichenen Gemälde aufgewertet wird, das sich vage im schräg aufgehängten Plafond spiegelt. Das nüchterne Hotelfoyer des dritten Akts, in das die gemischte Fiakerball-Gesellschaft einbricht, deutet an, wo diese wirklich steht – am ...
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Das hätte uns auch behagt: rechts eine Flasche vortrefflichen Tokajerweins, vor uns eine Dose voll Tabak aus Sevilla. Und eine Klingel, um ein junges, schönes Mädchen von sechzehn Jahren zur Verrichtung kleinerer Dienste ins Zimmer zu rufen. So beschreibt Lorenzo Da Ponte das Arrangement auf seinem Schreibtisch zu jener Zeit, da er zwei Monate lang und zwölf...
«Orlando» wurde am 20. August 1720 im Privattheater des Prinzen von Torella in Neapel uraufgeführt. Das Besondere an dieser Premiere: Die Titelpartie sang ein damals noch unbekannter Sänger, der später als Farinelli Weltruhm erlangen sollte. Er war Schüler des Komponisten Nicola Porpora. Dieser war damals vierunddreißig Jahre jung und hatte bereits sieben Opern...
Einmal im Kreis laufen kann eine Reise zu einem fernen Ort bedeuten, ein kurzes Kopfnicken das Ende eines langen Schlafes anzeigen. Das chinesische Theater hat Bewegungen und Gebärden wie diese über Generationen entwickelt und bewahrt. Bertolt Brecht hat es bewundert. Oder präziser: Weniger die Techniken der Beibehaltung als jene der Veränderung des Ausdruckskanons...
