Stimmpanoramen
Einzelarien aus dem umfangreichen Opernschaffen Nicola Porporas fehlen auf kaum einem Album mit Werken aus der Kastraten-Ära. Umso neugieriger durfte man sein, ob und wie Porporas Musik ihre Wirkung auch über die Länge einer kompletten Oper hinweg entfaltet. Das Publikum der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik erlebte bereits 2015 eine Aufführung des Dramma per Musica «Germanico in Germania». Nun erweist auch eine Aufnahme der auf Wiederentdeckungen spezialisierten Parnassus Arts Productions das Werk als lohnenden Fund.
Arminio, Held der gleichnamigen Händel-Oper, deren CD-Produktion Parnassus vor wenigen Jahren herausbrachte, gehört auch zu Porporas Personal, der hier die Geschichte um den germanischen Stammesfürsten Arminius und seinen Kampf gegen die Römer etwas anders erzählt als Händel und Librettist Antonio Salvi. «Germanico in Germania» entstand 1732 für das Teatro Capranica in Rom. Wie alle Opern, die in der Stadt des Papstes aufgeführt wurden, musste auch diese ohne weibliche Darsteller auskommen. Die beiden Frauenrollen wurden von Kastraten übernommen, ebenso die meisten Männerrollen; die des zwischen Römern und Germanen schwankenden Segeste fiel den Usancen der Zeit ...
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Opernwelt April 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Thomas Seedorf
alpha
01.04. – 20.15 Uhr
Günter Wand dirigiert Beethoven
Symphonie Nr. 6 F-Dur, op. 68 – «Pastorale»
NDR-Sinfonieorchester,Schleswig-Holstein Musik Festival 1994
08.04. – 20.15 Uhr
Concerto Köln spielt Händel
Suite für Orchester Nr. 1 F-Dur,
Vivaldi
Konzert für Oboe, Streicher und Basso continuo C-Dur,
Dall'Abaco
Concerto a più istrumenti
D-Dur op. 5
Schwetzinger SWR...
Es dauerte ziemlich lange, bis der Opernbetrieb das Attraktionspotenzial, fast möchte man sagen: den impliziten Eventcharakter der Grand opéra à la Meyerbeer neuerlich erkannte. Seit rund zwei Jahrzehnten aber scheint das Eis gebrochen und damit auch der lange Arm des Antisemiten und Meyerbeer-Hassers Richard Wagner. Von Einfluss war dabei wohl auch der dank des...
Beim Übergang zum fünften Akt von Massenets «Manon» tönt unerwartet die melancholische Reibeisenstimme von Serge Gainsbourg durch den Saal: «Manon, bestimmt weißt du nicht, wie sehr ich hasse, was du bist.» Dazu legt Zuzana Marková als Manon ihr Ballkleid ab, mit dem sie – jung, mondän, arrogant – die Pariser Gesellschaft bezaubert hat. Über die zerrissenen...
