Stehfilmtheater
Stellen wir (uns) vor: drei Gefühlskraftwerke, erbaut von ein und demselben Architekten. Jedes davon ein Kleinod, schimmernd und schillernd, jedoch in unterschiedlichen Farben – mal burlesk-parodistisch, mal surreal-mystisch verschattet, mal abgrundtief düster.
Die Frage ist nur: Verbindet ein unterirdischer Gang die drei unterschiedlich temperierten Einakter von Puccinis «Trittico»? Gibt es einen Topos, der sich auf alle drei Stücke anwenden ließe, abgesehen von der Tatsache, dass der Tod sowohl in «Il tabarro» und «Suor Angelica» als auch, dort aber in kapriziös-grotesker Verkleidung, in «Gianni Schicchi» die federführende Rolle übernimmt?
Axel Ranisch beantwortet in Hamburg die Frage insofern, als dass er sie durch einen Schachzug zu umgehen sucht: Der Regisseur dichtet einfach eine Figur hinzu. Chiara de Tanti heißt die (fiktive) Dame, ist eine soeben verstorbene prominente Filmschauspielerin, die in diversen, auf eine bühnengroße Leinwand projizierten Interviews (mit realen Schauspielerinnen und Schauspielern, die wiederum Personen zu sein vorgeben, die mit der Diva in irgendeiner Weise verbandelt waren) vorgestellt wird als eine Frau, der vom Schicksal übel mitgespielt ...
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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Jürgen Otten
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Wenn jetzt ein Erdbeben käme, man wäre an einem sicheren Ort im dichtbesiedeltsten Ballungsraum Griechenlands. Das Kulturzentrum der Stavros-Niarchos-Stiftung ist mit Isolatoren vom periodisch zitternden Untergrund getrennt. Auch an sanftere Formen der Nachhaltigkeit hat der italienische Stararchitekt Renzo Piano gedacht: Im mehr als zwanzig Hektar großen Park...
