Staatsakt für Riccardo Muti
Die größte Ehre kommt noch. Wie am Rande der Verleihung des Birgit-Nilsson-Preises in Stockholm bekannt wurde, wird die schwedische Sopranistin auf dem neuen 500-Kronen-Geldschein ihres Heimatlandes verewigt, demnächst. Damit dürfte sie die Sängerin mit der größten Häufigkeit im Portemonnaie ihrer Landsleute sein. Sie hätte gelacht darüber. Und Grund gehabt.
Denn Birgit Nilsson verdiente in ihrer 38-jährigen Karriere genug Geld, um daraus ohne äußere Hilfe den «größten Klassik-Preis der Welt» zu stiften: den mit einer Million Dollar dotierten Birgit Nilsson-Preis.
Mehr noch: Das von Nilsson bei ihrem Tod 2005 hinterlassene Vermögen war so groß, dass in nur zwei Jahren – seit dem ersten, noch von ihr selbst bestimmten Preisträger Plácido Domingo im Jahr 2009 – schon wieder eine ganze Million allein durch Anlagegeschick und Zinsen generiert werden konnte. Das Stiftungskapital ist nicht um einen Cent kleiner geworden. Auch in Geldfragen war Birgit Nilsson – Chapeau! – eine Jahrhundertsängerin.
Im Sinne der Stifterin kann man es fast als konsequent bezeichnen, dass der aktuelle Preisträger Riccardo Muti (70) Fragen nach der Verwendung des Geldes in Stockholm als «Privatsache» abtat. ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Kai Luehrs-Kaiser
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