Speil, Spaß und das reale Leben

Samuel Penderbayne: «Die verzauberte Stadt»

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Die Insel war eines ihrer Lieblingsspiele. Alles was man sich nur wünschen und vorstellen konnte, gab es auf ihrer Insel. Manchmal glaubte Philip fast, daß sie wirklich existierte; dort war er der König und Ellen die Königin, und kein anderer durfte sie betreten – sie gehörte ihnen allein.» («Die verzauberte Stadt», Edith Nesbit 1858–1924)

Kinder denken oft in Spielen, denn die Belohnung des Spielens ist Spaß. Spielen bezieht sich auf spezifische Aktionen innerhalb eines Regelwerkes.

Spaß bei der Ausführung dieser Aktionen kommt vor allem auf, wenn das Regelwerk nicht beachtet werden muss. Das Regelwerk ist meist an ein fiktives Narrativ gekoppelt, bezieht sich aber, um Relevanz zu gewinnen, irgendwie auf die Realität. Genau wie bei Philipp und seiner Mutter in der Familienoper «Die verzauberte Stadt», wenn sie Insel spielen. Insofern gleichen sich der Kinderspielplatz und das Theater: Sie sind Übungsplätze für das «reale» Leben.

Mit dem «realen» Leben hat Philipp aus «Die verzauberte Stadt» (Uraufführung am 31. Mai 2026 im Aalto-Theater Essen) zu kämpfen. Nachdem er allein mit seiner Mutter (Helen) aufgewachsen ist, kommt ein neuer Mann (Peter) mit eigener Tochter (Lucy) ins ...

ZUKUNFTSMUSIK

Das «unmögliche Kunstwerk» Oper lebt, allen Unkenrufen zum Trotz. Als Beleg mögen abseits der Pflege des kanonischen Repertoires auch und vor allem jene Stücke dienen, die sich mit der Tradition der Gattung auseinandersetzen, dabei aber neue Wege beschreiten. Um solche Werke des Musiktheaters soll es in dieser Rubrik gehen: um Uraufführungen, in denen neue Narrative kreiert werden und die Form selbst auf dem Prüfstand steht, zugleich aber auch jene Rezeption befragt wird, die sich mit der Wiederholung überlieferter Deutungsmuster begnügt. Zu Wort kommen Komponistinnen und Komponisten, Dramaturginnen und Dramaturgen sowie Dirigentinnen und Dirigenten.

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Magazin, Seite 95
von Samuel Penderbayne

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