Späte Entdeckung

Der Dirigent François-Xavier Roth über Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten»

Opernwelt - Logo

Zum 100. Geburtstag von Bernd Alois Zimmermann werden seine Werke fast überall gespielt – nicht nur große Herausforderungen wie «Die Soldaten», sondern auch Orchestrales, Konzerte, sogar die Brotarbeiten fürs Radio und Unterhaltungsensembles. Sie selbst dirigieren in dieser Spielzeit neben der Oper viele Stücke von Zimmermann – ist der für Sie eine alte Liebe?
Interessanterweise nein, denn Zimmermann gehört nicht zu den Figuren, die ich als Teenager in Frankreich kannte.

Irgendwie zählte er damals zur Avantgarde, aber die französischen Komponisten hatten kein sonderliches Interesse an ihm. Also habe ich seine Musik erst später kennengelernt. Es ist ein superber Aspekt meiner Arbeit in Köln, mit dem Gürzenich-Orchester und als GMD, dass ich mich intensiv mit Zimmermann beschäftigen, mehr und mehr von ihm hören, über ihn lesen, seine Partituren studieren kann. Natürlich ist es eine Herausforderung und Ehre, die «Soldaten» zu dirigieren – aber mittlerweile bedeutet Zimmermann für mich eine neue Phase als Dirigent. Ich werde in diesem Jahr auch mit anderen Orchestern viele seiner Stücke aufführen: die «Dialoge», das Violinkonzert, die Sinfonie in einem Satz, das Oboenkonzert, «Stille ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Michael-Struck-Schloen

Weitere Beiträge
Ein Wunder

Einen Abend mit einem so ausgeprägten Epizentrum der Energie gibt es selten. Nach der Vorstellung von Gaetano Donizettis «Maria Stuarda» am Opernhaus Zürich weiß man jedenfalls wieder, was das ist: eine Primadonna. In der Partie der stolzen, am Ende aber doch hingerichteten Königin von Schottland lässt es Diana Damrau hören, sehen, spüren. Ihr gehört die...

Deutschstunde

Das sind so Einfälle ... Im Brautgemach, als für Elsa und Lohengrins Glück schon alles zu spät ist, steht in der Mitte ein Riesenwecker auf fünf nach zwölf. Die beiden nehmen dann aber die Zeiger ab, mit dem einen wird Lohengrin gleich den eindringenden Telramund erstechen. Vorher aber versteigen sie sich in einem Fundus einwandfrei deutscher Kultur. Goethe,...

Apropos... Lehrjahre

Frau Romaniw, Sie sind nach dem Konservatorium nach Houston ins Opernstudio gegangen – eine schwierige Zeit für Sie.
Diese Nachwuchsprogramme nehmen einen hart ran. Das muss wohl auch so sein. Die Gelegenheit, mit erfahrenen Kollegen den Theateralltag zu teilen und auf der Bühne zu stehen, fand ich unbezahlbar. Doch stimmlich fing ich gefühlt wieder bei Null an.

Wi...