Späte Entdeckung
Zum 100. Geburtstag von Bernd Alois Zimmermann werden seine Werke fast überall gespielt – nicht nur große Herausforderungen wie «Die Soldaten», sondern auch Orchestrales, Konzerte, sogar die Brotarbeiten fürs Radio und Unterhaltungsensembles. Sie selbst dirigieren in dieser Spielzeit neben der Oper viele Stücke von Zimmermann – ist der für Sie eine alte Liebe?
Interessanterweise nein, denn Zimmermann gehört nicht zu den Figuren, die ich als Teenager in Frankreich kannte.
Irgendwie zählte er damals zur Avantgarde, aber die französischen Komponisten hatten kein sonderliches Interesse an ihm. Also habe ich seine Musik erst später kennengelernt. Es ist ein superber Aspekt meiner Arbeit in Köln, mit dem Gürzenich-Orchester und als GMD, dass ich mich intensiv mit Zimmermann beschäftigen, mehr und mehr von ihm hören, über ihn lesen, seine Partituren studieren kann. Natürlich ist es eine Herausforderung und Ehre, die «Soldaten» zu dirigieren – aber mittlerweile bedeutet Zimmermann für mich eine neue Phase als Dirigent. Ich werde in diesem Jahr auch mit anderen Orchestern viele seiner Stücke aufführen: die «Dialoge», das Violinkonzert, die Sinfonie in einem Satz, das Oboenkonzert, «Stille ...
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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Michael-Struck-Schloen
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Wi...
