Sozialismus einmal heiter
Eine Operette, die keine Adligen, keine reichen Bürgersleut’ in den Mittelpunkt stellt, sondern gewöhnliche Werktätige? Aber ja, die gibt es, Gerd Natschinski hat sie komponiert. Sein «Messeschlager Gisela» wurde 1960 am Metropol-Theater in Berlin uraufgeführt, dem heutigen Admiralspalast, und war in der DDR ein großer Hit – bis zum Mauerbau ein Jahr später. Danach hatte das Stück, in dem die Figuren noch freizügig zwischen Schauplätzen in Ost und West pendeln, keine Chance mehr auf den Spielplänen.
Frisches Leben eingehaucht hat ihm jetzt die Komische Oper Berlin, die ihrerseits zwischen den Spielstätten pendelt; das Stammhaus in der Behrenstraße wird renoviert und erweitert. Um während dieser Zeit in der ganzen Stadt präsent zu sein, beschränkt man sich nicht nur auf das Ausweichquartier im Schiller Theater, sondern bespielt zudem den Flughafen Tempelhof oder die riesige Leerfläche vor dem Roten Rathaus, die sich dort anstelle der früheren Berliner Altstadt breitgemacht hat. Dort, zwischen Rosenbeeten und Betonspringbrunnen, wurde jetzt das rotschimmernde Art-Déco-Zelt «Queen of Flanders» aufgebaut. Es bringt Bar-jeder-Vernunft-Feeling in die urbane Ödnis und beschert dem ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Udo Badelt
Für Giuseppe Verdi war Musiktheater Gesangstheater – und ist «der Angelpunkt einer Oper die Stimme», wie Uwe Schweikert es in einem seiner brillanten Essays formuliert hat. Daher reicht Enrico Carusos Antwort auf die Frage, was es für eine erfolgreiche Aufführung des «Trovatore» brauche, über den Charakter eines Bonmots hinaus: «Lediglich die vier besten Sänger der...
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Altenburg/Gera Theater Altenburg Gera
www.tpthueringen.de
- Kröger/Kressin, Krabat und der König - Die Legende geht weiter: 15. (UA), 16., 17., 18., 20., 21., 22., 23., 24. (Bockwindmühle Lumpzig) ML: Kröger, I: Kressin, B+K:...
Selbst unter den Solitären der Operngeschichte ist Beethovens «Fidelio» ein einsames Werk geblieben. Mit den drei Fassungen (1805, 1806, 1814) nimmt es einen erratisch anmutenden Platz im Schaffen Beethovens ein und wird von der Forschung doch oder gerade deswegen vernachlässigt. So ist es ein Ereignis, wenn erstmals seit fast vierzig Jahren wieder eine Monographie...
