So machen's nicht alle
Sie kochen auch nur mit Wasser, die exklusiven königlichen Schweden, und da sie nichts anderes vorgeben, wird es so schon seine Richtigkeit haben. Sie haben aber auch insofern leichtes Spiel, als ihnen zwei veritable Stars zur Verfügung stehen. Zum einen das historische Schlosstheater Drottningholm, ein verführerisches Juwel mit mozart-zeitlicher Atmosphäre, zum anderen mit Marc Minkowski eine Dirigentenpersönlichkeit, die nachhaltig diese Opera buffa über drei Stunden trägt und prägt.
Rasant sprudeln Musik und Handlung – hier glitzert und zischt und sprüht es im Graben, während auf der Bühne leider Klamauk überwiegt. Als Gaudi für Touristen lässt sich die Anstrengung jedoch nicht abtun, dafür stecken zu viel Seriosität und Kenntnis im musikalischen Detail.
Kurzum: Die alte Parole «prima la musica» bekommt hier erfreulichen Rückenwind. Auch weil, ganz ohne big names, ein Qualitätsensemble ans Werk geht, in dem die Damen den Ton angeben. Eine junge Besetzung der gehobenen Mittelklasse, einige dürften eine gute Zukunft vor sich haben, womöglich bald weiter oben Fuß fassen. Allen voran die Darstellerinnen des Schwesternpaars. Die aus Rumänien stammende Ana Maria Labin ist mit ihrem ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Walter Gürtelschmied
58. Jahrgang, Nr 9/10
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752304
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Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)
Redaktionsbüro
Andrea...
Es gibt da dieses Ensemble Ende des ersten Akts von Rossinis «Barbiere di Siviglia» – «Mi par d’esser con la testa» –, in dem die Beteiligten ihrer heillosen Verwirrung und Überforderung Luft machen. Unser aller Gedanken zum Thema Brexit könnte man getrost mit derselben Melodie unterlegen: Was auf die britische Opernszene zukommt, weiß der Himmel. Gewiss ist nur,...
In diesem Jahr hätte der berühmte Gesangslehrer Rodolfo Celletti, einer der geistigen Väter von Martina Franca, seinen hundertsten Geburtstag gefeiert: Deshalb war die 43. Runde des Festivals im sonnigen Apulien seinem Andenken gewidmet – der nach Celletti benannte Preis ging an den mexikanischen Tenor Ramón Vargas. Zwar nahm sich das Programm in den letzten Jahren...
