Sinnlich leuchtend
Beim ARD-Wettbewerb im September 2015 hinterließ die amerikanische Sopranistin Emalie Savoy, wie Klaus Kalchschmid in der «Süddeutschen Zeitung» berichtete, einen überwältigenden Eindruck – zum einen durch die dramatische Unmittelbarkeit ihres Singens, zum anderen durch die Leuchtkraft ihres expansiven lyrischen Soprans, in dessen Klang sich bereits eine Jugendlich-Dramatische ankündigt (sie hat inzwischen Strauss’ Ariadne gesungen). Der glänzende Eindruck wird durch das im Februar 2016 entstandene Debüt-Recital aufs Schönste bestätigt.
Ein Programm ist hinter der Auswahl nicht zu erkennen; offenbar ging es darum, das Spektrum ihrer Möglichkeiten zu demonstrieren. Und die sind, mit einem Wort, außerordentlich.
In Ravels «Shéhérazade», geschrieben auf erotisch geschwängerte Texte von Arthur Justin Léon Leclère (der sich hinter dem Kunstnamen Tristan Klingsor versteckte), erklingt schon im ersten Lied «Asie» eine klangreiche und sinnlich leuchtende Stimme. Für die Stimmungswechsel von «La flûte enchantée» wählt Emalie Savoy fein-changierende Farben, und im dritten Lied findet sie den rechten Ton für die lebens- und liebeserfahrene Frau, die sich von dem hübschen ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Jürgen Kesting
Jubilare
Grace-Melzia Bumbry kam 1937 in St. Louis, Missouri, zur Welt. Nach dem Studium, u. a. an der Boston University und der Music Academy in Santa Barbara, gelang ihr rasch der internationale Durchbruch: 1960 sang sie in Paris die Amneris in Verdis «Aida» und wurde daraufhin von Wieland Wagner 1961 zu den Bayreuther Festspielen eingeladen, wo sie unter...
Die Figur des heute vom Publikum wie von den Medien fetischisierten Dirigenten ist eine späte Erscheinung in der Aufführungsgeschichte der Musik. Zwei gleichzeitig erschienene Veröffentlichungen widmen sich jetzt dem komplexen Problemfeld – der aus einer Basler Ringvorlesung hervorgegangene, thematisch weit gespannte Band «DirigentenBilder. Musikalische Gesten...
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