Sinnlich leuchtend

Die amerikanische Sopranistin Emalie Savoy gibt mit Arien und Liedern von Weber, Dvořák, Ravel und Barber ein beeindruckendes Debüt

Opernwelt - Logo

Beim ARD-Wettbewerb im September 2015 hinterließ die amerikanische Sopranistin Emalie Savoy, wie Klaus Kalchschmid in der «Süddeutschen Zeitung» berichtete, einen überwältigenden Eindruck – zum einen durch die dramatische Unmittelbarkeit ihres Singens, zum anderen durch die Leuchtkraft ihres expansiven lyrischen Soprans, in dessen Klang sich bereits eine Jugendlich-Dramatische ankündigt (sie hat inzwischen Strauss’ Ariadne gesungen). Der glänzende Eindruck wird durch das im Februar 2016 entstandene Debüt-Recital aufs Schönste bestätigt.

Ein Programm ist hinter der Auswahl nicht zu erkennen; offenbar ging es darum, das Spektrum ihrer Möglichkeiten zu demonstrieren. Und die sind, mit einem Wort, außerordentlich.

In Ravels «Shéhérazade», geschrieben auf erotisch geschwängerte Texte von Arthur Justin Léon Leclère (der sich hinter dem Kunstnamen Tristan Klingsor versteckte), erklingt schon im ersten Lied «Asie» eine klangreiche und sinnlich leuchtende Stimme. Für die Stimmungswechsel von «La flûte enchantée» wählt Emalie Savoy fein-changierende Farben, und im dritten Lied findet sie den rechten Ton für die lebens- und liebeserfahrene Frau, die sich von dem hübschen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Jürgen Kesting

Weitere Beiträge
Grenzen des Schöngesangs

Als Herbert von Karajan einst in Salzburg «Falstaff» und «Il trovatore» auf die Bühne brachte, warf man ihm vor, gegen den «Geist» der Festspiele zu verstoßen. Tempi passati: Als Anna Netrebko im August an der Salzach für die Titelpartie einer konzertanten Aufführung von Puccinis «Manon Lescaut» auftauchte, wurde auf dem Podium des Großen Festspielhauses ein...

Abgehangen

Schon Giacomo Puccini hätte aus Franz Molnárs «Liliom» gern eine Oper gemacht. Der Grund hierfür lag auf der Hand: Das Kleine-Leute-Milieu der «Vorstadtlegende», der machohaft rüde, dann aber doch nicht völlig schlechte Jahrmarktsausrufer Liliom und seine Braut Julie, die so stur wie hingebungsvoll hinnimmt, dass er sie schlägt – es wäre der perfekte Stoff für...

Grenzüberschreitung

Große Massen auf leichten Füßen zu halten – das ist eine Kunst für sich. Der vereinigte Chor des Theaters Vorpommern und der Oper im Schloss Stettin ist eine beachtliche Masse, aber flotten Schrittes und stimmlich auf Zehenspitzen ziehen die Sänger als Edelleute in Wagners «Tannhäuser» auf die Wartburg. Die Choreinstudierung durch Malgorzata Bornowska und...