Silbriger Reiz

Her Master’s Voice: Eine Kompilation würdigt die junge Elisabeth Schwarzkopf

Opernwelt - Logo

Zu den kritischen Topoi bei der Beurteilung junger Sänger gehört der Hinweis auf die fehlende «Reife». Hört man aber später die «Gereiften», vermisst man gerade die Frische der Jugend. Die Frage mag sich ganz besonders bei Elisabeth Schwarzkopf stellen. Vor knapp einem Jahr brachte Warner (als Erbverwalter der EMI) die Recitals heraus, die zwischen 1952 und 1974 entstanden waren, mit Schumanns Liederkreis op. 39 zum Abschluss. «Was heut’ gehet müde unter», so heißt es im «Zwielicht», «hebt sich morgen neu geboren.

» Dies als Stichwort für die zum ersten Mal geschlossen edierten knapp 100 Aufnahmen, die zwischen 1946 und 1952 auf 78er-Schellack-Platten erschienen sind.

Sie gehören zum Auftakt einer bedeutenden Ära. 1946 war Walter Legge nach Wien gekommen, um für His Master’s Voice die besten Künstler – arrivierte wie Furtwängler, junge wie Karajan – zu engagieren. Unter den Sängerinnen befanden sich Irmgard Seefried, Ljuba Welitsch, Hilde Konetzni, Maria Cebotari und eine Sopranistin, die nach nicht langer Zeit nicht nur Legges Ehefrau, sondern auch «Her Master’s Voice» wurde: Elisabeth Schwarzkopf. Als er sie unter Vertrag nehmen wollte, bestand die Sängerin («Ich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2017
Rubrik: , Seite 30
von Jürgen Kesting

Weitere Beiträge
Das Unausweichliche, es zieht uns an

Als die Wolken am Horizont aufzogen, war das ingegno sublime gewappnet. Mochte die Konkurrenz von der «Opera of the Nobilities» ihm seine Starsänger mit astronomischen Summen abspenstig machen – und war es offenkundig, dass der Opera seria in England keine rosige Zukunft bevorstand –, er, Georg Friedrich Händel, blieb gelassen. Schließlich hatte er schon...

Paare, Passanten

Filmmusik. Taucht dieser Begriff in einem Text über neues Musiktheater auf, verheißt er meist nichts Gutes. Als tönende Kulissenschieberei, schallende Konfektion, Klangware aus zweiter oder dritter Hand ist das Genre in der an Adorno geschulten Kulturkritik verpönt. Unter der Fahne des zur Norm erhobenen autonomen, zweckfrei-experimentellen Kunstwerks...

Jede Geste sitzt

Endlich hat sie es hinter sich. Endlich kann sie wieder jung sein, sich öffnen, fühlen, trauern, triumphieren, ihre Verletzlichkeit spüren. Emilia Makropulos erlebt die Minuten vor ihrem Tod als Befreiung. Mehr als 300 Jahre hat sie gelebt, fluchtartig Identitäten gewechselt, Wiedergänger ertragen, sich durch die Zeiten geschlagen. Nun ist die Zeit abgelaufen....