Sie sind so frei
Waschküche. Keine zehn Meter Sicht. Manchmal verschwindet alles in schlieriger Nebelwatte. Die schmucken Häuser, der schlanke Betonturm der Église, die Talstationen der Lifte. Wenn die Wolken tief hängen, existiert Verbier nur in der Vorstellung. Wie die schneegedeckten Gipfel der umliegenden Viertausender, die an einem klaren Tag zum Greifen nahe scheinen. Gegen Mittag: Starkregen. Es schüttet, als habe ein durchgeknallter Wettergott beschlossen, den ganzen Ort wegzuschwemmen. Runter in die Rhône, von 1500 auf 450 Meter, und dann ab in den Genfer See.
Früher Nachmittag: Der Himmel hat plötzlich blaue Flecken, spendet fahles Licht, die Bergwiesen dampfen. Und die Salle des Combins hinter dem Sportzentrum ist mal wieder voll besetzt. Ein ganz normaler Julitag, Verbier zur Festival-Zeit.
Diesmal sitzen die Jüngsten auf der Bühne, Teenager aus aller Welt, die zum Music Camp eingeladen wurden. Vier Wochen haben sie mit Daniel Harding, dem Künstlerischen Leiter des Camps, mit Jesús López Cobos und dem in Finnland lebenden russischen Dirigenten Dima Slobodeniouk geprobt. Mit dem Cellisten Steven Isserlis sind sie schon aufgetreten, bald werden sie ihre erste Oper spielen, «L’elisir ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Albrecht Thiemann
Sie ist ein Wunder!» – an Vorschusslorbeer herrscht kein Mangel. Freilich stammt der Satz nicht von irgendwem, sondern von Montserrat Caballé. Auch Teresa Berganza und Elena Obraztsova werden mit Lobeshymnen zitiert. Sie gelten der in Baku geborenen Sopranistin Dinara Alieva. Ausgebildet wurde sie an der Musikakademie ihrer Geburtsstadt. Preise in diversen...
Der 1770 in Mailand uraufgeführte «Mitridate» galt lange als unausgereiftes Jugendwerk Mozarts. Der 14-Jährige erfüllt die Anforderungen der italienischen Seria und bleibt dabei formal eher schematisch. Er ist aber zugleich seiner Zeit voraus – neben dem glänzenden Instrumentalsatz beweist das vor allem der Reichtum der musikalischen Charakterzeichnung. Dass das...
Die anderen an den Händen fassen. Gegen das Scheinwerferlicht an die Rampe laufen, lächeln, sich verbeugen. Wieder zurück. Noch einmal. Und noch mal.
Ob mir das wohl fehlt, wenn ich irgendwann aufhöre? Mal ehrlich, Applaus bringt nicht immer das Beste im Menschen zum Vorschein. Erstaunlich, wie schamfrei manche Kollegen um den besten Platz in der Applausordnung...
