Sie sind so frei
Waschküche. Keine zehn Meter Sicht. Manchmal verschwindet alles in schlieriger Nebelwatte. Die schmucken Häuser, der schlanke Betonturm der Église, die Talstationen der Lifte. Wenn die Wolken tief hängen, existiert Verbier nur in der Vorstellung. Wie die schneegedeckten Gipfel der umliegenden Viertausender, die an einem klaren Tag zum Greifen nahe scheinen. Gegen Mittag: Starkregen. Es schüttet, als habe ein durchgeknallter Wettergott beschlossen, den ganzen Ort wegzuschwemmen. Runter in die Rhône, von 1500 auf 450 Meter, und dann ab in den Genfer See.
Früher Nachmittag: Der Himmel hat plötzlich blaue Flecken, spendet fahles Licht, die Bergwiesen dampfen. Und die Salle des Combins hinter dem Sportzentrum ist mal wieder voll besetzt. Ein ganz normaler Julitag, Verbier zur Festival-Zeit.
Diesmal sitzen die Jüngsten auf der Bühne, Teenager aus aller Welt, die zum Music Camp eingeladen wurden. Vier Wochen haben sie mit Daniel Harding, dem Künstlerischen Leiter des Camps, mit Jesús López Cobos und dem in Finnland lebenden russischen Dirigenten Dima Slobodeniouk geprobt. Mit dem Cellisten Steven Isserlis sind sie schon aufgetreten, bald werden sie ihre erste Oper spielen, «L’elisir ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Albrecht Thiemann
Opernwelt-Jahrbuch
Wo steht das «Opernhaus des Jahres»? Wer ist «Sänger des Jahres», und wer siegt in der Kategorie «Dirigent»? Am 30. September erscheint unser Jahrbuch «Oper 2014». Es enthält die mit Spannung erwartete Kritikerumfrage, Porträts und Interviews sowie
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«Trovatore» in Salzburg
Sie haben es...
Violetta und Alfredo fristeten ihr beschauliches Landleben vor den Toren von Paris sicher nur in relativer Bescheidenheit. In Tom Cairns’ unaufgeregter, dezent in die Gegenwart geholter «Traviata» leben sie üppig: Die Bühnen- und Kostümbildnerin Hildegard Bechtler bettete Verdis Schlüsselszene im zweiten Akt in eine malerisch bewaldete Parklandschaft in bester...
Herr Villazón, Sie singen viel, aber mittlerweile inszenieren auch Sie fast so viel wie hauptberufliche Regisseure. Wann haben Sie eigentlich die Zeit gefunden, das Buch zu schreiben? Zwischen zwei und vier Uhr morgens?
Zu Beginn des Prozesses nehme ich, wenn immer ich kann, hie und da ein, zwei Stunden Zeit zum Schreiben, später sind es oft ganze Tage am Stück. Ich...
