Sehen und gesehen werden

Stefan Herheim inszeniert bei seinem Glyndebourne-Debüt Debussys «Pelléas et Mélisande» als rätselhaft verspiegelte Künstlerfantasie, Robin Ticciati stiftet lichte Klangpracht

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Die einen wollen nichts sehen – gründen gar eine ganze Familienkultur darauf. Am deutlichsten wird das im vierten Akt, als Arkel die schöne Mélisande ganz und gar ungroßväterlich auf den Mund küsst, als wollte er ihr die Jugendfrische aus dem Leib saugen: «Hast du Angst vor meinen greisen Lippen?» Da legen die Umstehenden, wie so oft in Stefan Herheims Debussy-Inszenierung, rasch die Hände vor die Augen.

Und die anderen? Die sehen, was sie wollen. So spaziert Yniold mit einem Skizzenblock umher, malt Pelléas mit dem Pinsel in die Luft.

Fantasie ermöglicht ihnen (jedenfalls eine Zeit lang) das Überleben. Auch Mélisande hat entsprechendes Talent, das zeigt sich gleich nach ihrer Ankunft, als sie und Pelléas maritime Gemälde betrachten, sich die «Hoé»-Rufe der Matrosen vorstellen, den aufziehenden Sturm. Die Quellszene: reiches inneres Erleben. Beschreibend schaffen sich die beiden Parallelorte, fliehen, ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen.

Golaud hat dazu nicht das Zeug. Was Yniold ihm am Schluss des dritten Akts vor leeren Staffeleien über Pelléas und Mélisande mitteilen will, entzieht sich ihm, da hilft kein Nachbohren. Es macht ihn rasend, derart ausgeschlossen zu sein von ...

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Opernwelt August 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Wiebke Roloff

Vergriffen
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Schlaglichter

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Spielpläne Ausland August 2018

Argentinien

Buenos Aires
Teatro Colón

Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Piedade: 25., 26.
– Debussy, Pelléas et Mélisande: 31. (P); 2., 4., 7.9.
ML: Diemecke, I: Tambascio, B: Boni, K: Ruiz, S: Cangemi, Filianoti, Maze, Mayer, Mastrángelo

Australien

Adelaide
State Opera of South Australia

Tel. +61-8-82 26 47 90
www.saopera.sa.gov.au
– Die Meistersinger von...

Impressum August 2018

59. Jahrgang, Nr 8
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Best.-Nr.     752314

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