Schrill, knallig, farbenfroh
Es scheint fast, als hätten in der Kostümschneiderwelt die gerne verwendeten mausgrauen Business-Outfits oder das Schwarz-Weiß von Hose und Hemd als bequeme Allzweckkleidung ausgedient. Stattdessen lieben es wichtige Ausstatter schrill, knallig, fantasiesatt, farbenfroh, kontrastreich: Man denke etwa an Victoria Behr oder Gianluca Falaschi, die aus früheren «Opernwelt»-Umfragen als «Kostümbildner des Jahres» hervorgegangen waren.
Auch die gebürtige Wienerin Ursula Kudrna, die an der dortigen Akademie der bildenden Künste studierte und unter anderem Achim Freyer und Karl-Ernst Herrmann assistierte, fällt in dieser Hinsicht auf, insbesondere, wenn sie sich mit der nicht minder unkonventionell imaginationsmächtigen, aus dem Bildvollen schöpfenden Regisseurin Lydia Steier zusammentut. Gleich viermal war dies in der vergangenen Saison der Fall: in Salzburg, Mainz, Basel und Düsseldorf. Eine Uraufführung war darunter («Diodati. Unendlich» von Michael Wertmüller; eine zweite, «Violetter Schnee» von Beat Furrer, wurde von Claus Guth inszeniert) und das womöglich buntscheckigste, auf jeden Fall das beliebteste Stück der Operngeschichte: Mozarts «Zauberflöte».
Wer diese in Salzburg bei ...
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Opernwelt Jahrbuch 2019
Rubrik: Kostümbildnerin des Jahres, Seite 72
von Karl Harb
Schon als junge Generalmusikdirektorin des Theaters Erfurt ließ sie aufhorchen. Nun hat Joana Mallwitz binnen einer Saison das Orchester des Staatstheaters Nürnberg auf eine neue, aufregende Ebene geführt. Mit Prokofjews «Krieg und Frieden», Wagners «Lohengrin» und einer Reihe von Konzerten. Schon interessieren sich Frankfurt und München für eine Musikerin, die...
Wagner: «Parsifal»
Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel (2011)
Der Wald steht schwarz und schweiget keineswegs. Kleine Lichtschneisen durchzittern sein dichtes Laub, geben uns ein Gefühl für seine prächtigen Baumkronen. Aus dem Geäst kommen Fanfaren und Stimmen. Menschen? Naturwesen eher, bemoost am ganzen Körper oder mit Blättern überzogen. Oder doch Soldaten...
Die Zahlen sprachen für sich: 680 Beteiligte, 450 Proben, 15 Stunden Musik – der dreitägige Stockhausen-Zyklus «Aus Licht» im Amsterdamer Gashouder unter der musikalischen Leitung von Kathinka Pasveer geriet zu einem Mammutprojekt. Das Ergebnis dieser musiktheatralen Koproduktion zwischen Nationaloper, Holland Festival, dem Königlichen Konservatorium in Den Haag...
