Schostakowitsch trifft Radiohead
Zwei Weltkriege, politische Umbrüche zuvor, eine sich wandelnde Welt, Kapitalismus, Kommunismus, nuklearer Waffeneinsatz, nukleare Unfälle – und nicht zuletzt die eingeleitete, verschuldete sowie bereits in den Anfängen ertragene Klimakatastrophe: Das 20. Jahrhundert war nicht eben arm an Ereignissen. Der Autor Stefan Weiss findet dafür beim musikwissenschaftlichen Blick auf die Begriffe «Moderne» und «Postmoderne» den Titel: «Das unübersichtliche Musikjahrhundert».
Es ist schon fast so etwas wie ein Trend der deutschsprachigen Musikwissenschaft, Texte über E-musikalische Epochen und Epochenbegriffe mit viel offenerer Stilvielfalt als früher anzugehen. Für das letzte Kapitel seiner Arbeit («Stile nach der Moderne: seit 1975») zieht Weiss zunächst eine tatsächlich stets als schon fast «klassisch postmodern» geltende, beziehungsweise unter dem Emblem «Neue Einfachheit» subsummierte Partitur heran; die von Wolfgang Rihms drittem Streichquartett («Im Innersten»). Dem geht aber nicht etwa eine («erwartbare») Untersuchung von Luciano Berios «Sinfonia» voraus – stammt sie doch auch schon aus dem geschichtsträchtigen Jahr 1968; bei Weiss folgt auf Rihm «Paranoid Android» und «Idioteque» ...
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Opernwelt 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 56
von Arno Lücker
Da ist ein Herr mit klarem Heiratswunsch
Genervt von einer riesengroßen Diva.
Denn der (nicht die) bumst täglich fremd, trinkt Punsch –
Und zürnt damit sein Weib (Frau Almaviva).
Der Typ, der denkt: «Ich darf’s, ich mach’s, denn Macht
Zieht Weiberherzen an!» (Am Schluss gibt’s «Diss»!)
«Ich treff’ Susanne heute Nacht um acht!
Ich bin so hot, ich bin so stark, so...
Touristische Camouflage oder qualitativ hochwertige Oper? Rein kommerzielles Verführungsangebot oder Musiktheatererlebnis der Sonderklasse? Oder, um es kurz zu fassen: Verona – oder nicht Verona? Das ist hier die Frage.
Der Opernkritiker fährt hin, denn seit genau 100 Jahren bespielt man die fraglos äußerst eindrückliche Arena. 30 nach Christus wurde sie erbaut,...
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