Schnaderhüpfel, Bleigießen, Mummenschanz
Jubiläen haben ihr Gutes. Sie rufen vergessene oder beiseitegeschobene Komponisten in Erinnerung, befeuern die Wiederentdeckungsfantasie und fördern manchmal Werke ans Tageslicht, die zu Unrecht im Opernfundus verstauben. Das Jahr 2007 bietet Gelegenheit, bei einem Mann zu verweilen, der eigentlich nur durch eine einzige Arie bekannt geworden ist, die lange Zeit in keinem Wunschkonzert fehlen durfte: «Selig sind, die Verfolgung leiden». Ihretwegen hat sich mancherorts der «Evangelimann» bis in die 1960er-Jahre im Repertoire gehalten.
Dann verschwand er ebenso spurlos von den Bühnen wie der Heimatfilm von der Kinoleinwand.
Mit Blick auf den 150. Geburtstag des am 17. Januar 1857 im oberösterreichischen Waizenkirchen geborenen und 1941 in Wien gestorbenen Wilhelm Kienzl tauchte der «Evangelimann» plötzlich wieder auf. Die Wiener Volksoper brachte das Werk nach langer Pause neu heraus (siehe OW 6/2006); Graz hat die Produktion übernommen. Gespannt sah man deshalb der Ausgrabung einer Kienzl-Oper entgegen, die nicht einmal eingefleischte Opernliebhaber kennen. Sie hatte unlängst im Linzer Landestheater Premiere: die 1916 an der Wiener Volksoper uraufgeführte musikalische Komödie ...
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Rund hundert Jahre nach seiner Uraufführung taucht Eugen d’Alberts «Tiefland» wieder häufiger in den Spielplänen auf. In Zürich startete Matthias Hartmann unlängst eine Reise in virtuelle Klon-Welten (siehe OW 8/2006), in Frankfurt wanderte Anselm Weber nun in reelle Niederungen der Gegenwart.
Die schwierigen Seiten dieses Werks haben den Chef des Essener...
Keine Szene für Klaustrophobe. Überall drückt diverses Inventar. Die Kajüte bietet keinen wirklichen Freiraum. Waschbecken, Sessel, Koffer und Kisten. Im Hintergrund, zunächst ein wenig versteckt, steht eine durchsichtige Konserve. Darin, blutverschmiert, ein Kopf: Morold, Isoldes erschlagener Ex-Bräutigam. Ein Souvenir, ein seelischer Anker dieser Kopf. Isolde...
Im Jargon der Musikkritik hat der Begriff «Legende» einen festen Platz, wird dort aber meist im Stil unkritischer PR angewandt. Legenden sind Berichte von Heldentaten und Wundern, die von der Nachwelt nicht mehr überprüft werden können. Danach ist wohl Maria Malibran eine Legende, dagegen Adelina Patti nur eine halbe, denn es gibt etliche Aufnahmen der...
