Schluss, vorbei
Noch einmal bauscht der Vorhang zur Seite, und da stehen sie, jubelumbrandet, im Rosenregen: Gwyneth Jones, die erste Feldmarschallin, Brigitte Fassbaender, ihr Octavian, «Otti» Schenk, Jürgen Rose – eine Verbeugung vor dem Strauss-Dreamteam der 1970er-Jahre, eine Huldigung, bevor dieser «Rosenkavalier», Inszenierungsikone, lange von Carlos Kleiber dirigiert und an der Bayerischen Staatsoper schon zu Laufzeiten Legende, eingemottet wird. Jedoch: «Ist’s ein Traum, kann nicht wirklich sein.
»
Stattdessen: Keine Veteranenfeier, dafür ein Jürgen Rose, der zufällig von der Dernière erfuhr, etwas arg spontan auf dem Logenplatz des abwesenden Nikolaus Bachler sitzen durfte und später auf der Bühne von Marschallin Adrianne Pieczonka einen Rosenstrauß bekam. Sehr verdruckst, stillos, wie ertappt nimmt ein Haus Abschied von einem Longseller, bei dem wie immer das prunkvolle Palais Faninal, der Nymphenburger Amalienburg nachgebildet, Spontanbeifall bekommt. Roses hingebungsvolle, gefürchtete Ausstattungspuzzeleien erstrahlen ein letztes Mal: Drei Tage durfte er damals nach Florenz, um Stoffe zu kaufen, zusätzlich plünderte man einen Münchner Edelladen, in der Bavaria-Filmstadt wurden ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Magazin, Seite 81
von Markus Thiel
Es lebt sich anscheinend nicht allzu unangenehm auf einer verlassenen Insel. Gut, einige Büschel getrockneter Gräser und etwas Tigerfell sind den Damen nach 13 einsamen Jahren über die Roben gewachsen. Aber das Unzivilisierte bleibt noch immer zivilisiert, ebenso wie sich Felsen und Wälder in geordneten Bahnen zur klassischen Gassenbühne staffeln. Wir sind...
Am Ende – kurz vor elf Uhr nachts – gehen zwei Menschen «in den Himmel» ein. Sie nennt sich Heliane und ist, der Name verrät es, eine Art weiblicher Heiland, Stimmlage Sopran. Er hat zwar keinen Namen, soll aber ebenfalls eine Erlösergestalt sein, Stimmlage Tenor. Kein Liebesduett, dafür eine Apotheose. Eigentlich sind die beiden längst tot, nun aber «strömen Du...
Auch wenn die Berliner Philharmoniker – im Gegensatz zu ihren Kollegen in Wien – nur selten Oper spielen, lagen die Noten von Wagners «Parsifal» immer wieder auf ihren Pulten.
Das hat damit zu tun, dass sich diese Musiker eigentlich nur zu Osterfestspielen in einen Orchestergraben setzen – lange in Salzburg, seit 2013 in Baden-Baden – und dass «Parsifal», einer...
