Rüschenärmel und Puderperücke
Nachgerade undenkbar wäre die französische Barockszene ohne die vielen freien Ensembles, die sich oft um einen Dirigenten scharen, der als starke Gründerfigur fungiert. Als jüngster Zuwachs in der Reihe darf der 1996 geborene Valentin Tournet gelten, der 2017 mit «La Chapelle Harmonique» sein eigenes Orchester und seinen eigenen Chor gegründet hat.
Im Alter von fünf Jahren begeisterte er sich zunächst für das Gambenspiel, nachdem er den legendären Film «Die siebente Saite» mit der von Jordi Savall geleiteten Musik gesehen hatte, bei dem er sich später wichtige Anregungen holen sollte. Erst später kam das Interesse fürs Dirigieren hinzu.
Obwohl Tournet in jungen Jahren Mitglied im Kinderchor der Pariser Oper war, ist es bemerkenswert, wenn er nun mit Jean-Philippe Rameaus «Les Indes galantes» seine erste Operneinspielung vorlegt. Schließlich hat sich La Chapelle Harmonique bislang vor allem der geistlichen Musik verschrieben, insbesondere der Johann Sebastian Bachs. Man kann das durchaus hören in der Aufnahme, in der Tournet das Klassische, auch Höfische betont, sozusagen immer den gemessenen Schritt wahrt. Die Tänze entfacht er vor allem aus ihrer rhythmischen Spannkraft, selbst ...
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Opernwelt August 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Michael Stallknecht
Was heute als «rechts» verunglimpft werde, sei für ihn schlicht normal, äußerte Mitte Juni der soeben zum neuen Parteiobmann der Freiheitlichen gewählte österreichische Politiker Herbert Kickl. Den nicht rechts verankerten Fernsehzuseher mag die Hemmungslosigkeit dieser Äußerung überrascht haben und an Bertolt Brechts Arturo Ui denken lassen. Apropos: Als «One-man...
Die größten Tyrannen finden wir bei William Shakespeare. Leontes, von Eifersucht zerfressen, Richard III., der Fieseste von allen, ferner einige der Heinrichs, Claudius, Julius Caesar, Titus Andronicus. Sie alle zeichnet ein untrüglicher Hang zum Sadismus aus, der unbeugsame Wille zur uneingeschränkten Ausübung ihrer Macht, und sei es gegen jede humane Vernunft und...
62. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
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