Rendezvous der Rache
Sie kommt in Badelatschen daher. Von Kriegswirren keine Spur. Genüsslich beginnt sie sich zurechtzumachen. Duftendes auf die Beine, Feinstrümpfe darüber, Lippenstift, zuletzt noch ein Paar Ohrklunker. Dalila, die Philisterin, erwartet ihren Feind, Samson, den Hebräer, zum Rendezvous der Rache. Im Schlafzimmer ist Dalila Herrin über Lust und Verderben. Doch Samson kommt nicht. Und Dalila wird nervös. Raucht Zigarette. Beginnt zu bangen. «Hélas».
All das wirkt plausibel. Die Irrungen und Wirrungen des Seelenlebens dieser Frau sind genau eingefangen.
Tilman Knabe entwickelt im zweiten Akt seiner Kölner Inszenierung von «Samson et Dalila» ein Psychogramm der beiden Protagonisten. Später, als Samson doch noch kommt, zaudert er zunächst, gibt sich aber, schwach geworden, Dalila hin. Der Akt scheint zu Ende. Der Vorhang schließt sich. Doch plötzlich: Der Vorhang geht wieder auf. Der Schock-Moment: Dalila, von Soldaten umgeben, reckt ihre blutige Trophäe in die Höhe. Nicht die Haare wurden Samson entfernt, sondern sein Geschlechtsteil.
An Rhein und Ruhr hat selten eine Inszenierung bereits im Vorfeld so viel Wirbel ausgelöst wie dieses Kölner «Samson»-Projekt. Das Besondere an dieser vorab ...
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Macbeth...
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