Remember me!
Seine Masques sind Legende. Mit dieser aparten Form der Semi-Oper reüssierte Henry Purcell während der Restaurationszeit im England des 17. Jahrhunderts auch deswegen, weil die puritanische Revolution dafür gesorgt hatte, dass im Sprechtheater eine streng-restriktive Verbotskultur herrschte.
Mit allegorischen Figuren und einer zauberhaften, die Sinne betörenden Musik garniert, ließ sich so mancher Stoff dann doch durch die Zensur mogeln, und Purcell entpuppte sich, auch unter dem Einfluss der Tragédie en musique Lullys und Molières vergnüglichen Comédie-ballets, als ein Meister dieser Kunstform. Der «Orpheus britannicus» perfektionierte das Genre, Werke wie «King Arthur» und «The Indian Queen» (beide auf einen Text von John Dryden), «The Prophetess or The History of Dioclesian» und vor allem die beiden Shakespeare-Adaptionen «The Fairy Queen» und «The Tempest» stehen dafür ein.
Auf dem Gebiet der Oper schuf Purcell lediglich ein Stück von (allerdings erheblichem) Format: «Dido and Aeneas» rekurriert auf die mythisch-tragische Liebesgeschichte zwischen der Königin von Karthago und dem trojanischen Helden, der eine spontan wie stürmisch entfachte Liebesleidenschaft für seine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2025
Rubrik: Medien, Seite 30
von Jürgen Otten
Mariandl mag net. «Nein, nein, i trink kein Wein», ziert sich die Kammerzofe alias Octavian im dritten Akt von Strauss’ musika -lischer Komödie «Der Rosenkavalier» vor Baron Ochs auf Lerchenau, der sie betrunken (und damit willig) machen möchte. Die Dirigentin am Zürcher Opernhaus, das soeben von dieser Zeitschrift zum «Opernhaus des Jahres» gekürt wurde, darf sich...
Édouard Lalos «Le Roi d’Ys» gehört gemeinsam mit Ernest Reyers «Sigurd» (1884), Emmanuel Chabriers «Gwendoline» (1886), Vincent d’Indys «Fervaal» (1897) und Ernest Chaussons «Le Roi Arthus» (1903) zu den wichtigsten, im Banne des Wagnérisme stehenden Opern des französischen Fin de Siècle. Der bretonische Sagenstoff und seine (in Lalos Bearbeitung zwischen...
Ob Birgit Nilsson herzlich lachend und mit einem ironischen Kommentar ihr Einverständnis gegeben hätte, dass es nun auch einen Wein gibt, der ihren Namen trägt? Wir wissen es nicht. Nur eines ist gewiss: Der seit wenigen Jahren auf den fruchtbaren heimatlichen Böden der Bjäre-Halbinsel wachsende Weißwein prägt so tiefe Wurzeln aus wie die Hochdramatische selbst,...
