Regieschach
Rote Augen hat der Teufel, ganz effektvoll macht sich das im Dunkel des zweiten Akts. Vor allem aber surrt er. Wie Drohnen so sind, wenn sie hereinschweben, Angst, Schrecken (und in diesem Fall auch etwas Schulterzucken) verbreiten: bedrohliche Flugobjekte als ultimativer Grusel, während Chor und Orchester in die letzte Partitur-Steilkurve von Webers Wolfsschlucht rasen? Harmlos ist das nur für diejenigen aus Friedenszonen, die an Familienväter mit Fernbedienung beim Strandurlaub denken. Doch es gibt Gegenden, in denen Menschen um alles fürchten müssen bei diesen Ufos des Todes.
Die Videos der Aufführung, ein flackerndes, splitterndes Kriegskaleidoskop von Voxi Bärenklau, führen uns in diese Welt.
Es ist also ein schleichender Schrecken, kein Knalleffekt. Anderes hätte man von Jossi Wieler und Sergio Morabito auch gar nicht erwartet. 2019 brachten sie den «Freischütz» in Strasbourg heraus. Kurz danach war die Koproduktions-Premiere in Nürnberg geplant. Ein weltweites Virus verhinderte dies. Eine Pandemie und einige Kriege weiter fand das Regie-Duo: Da muss neu aufs Stück geblickt werden. Nina von Mechows Ausstattung blieb. Zweidimensionales ragt ins Bild wie barocke Kulissenteile, ...
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Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Markus Thiel
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