Rausch der Verwandlung

Luigi Rossis «L’Orfeo» in einer fabelhaften Neuaufnahme mit Elena Sartori, dem Ensemble Allabastrina und tollen Solisten

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Luigi Rossis 1647 für den französischen Hof komponierter «Orfeo» bricht alle Rekorde. Allein 23 Solisten listet das Personenverzeichnis auf, und eine Spieldauer von sechs Stunden stellt selbst redselige spätere Gesamtkunstwerker wie Wagner oder Stockhausen in den Schatten. Rossis Librettist Francesco Buti erweitert die tragische Handlung um den mythischen Sänger durch neue Figuren und einen Nebenplot, in dem Aristeo, der Sohn des Bacchus, von Venus unterstützt und dennoch vergeblich um die Liebe Euridices buhlt.

Miteinander streitende Götter mischen sich ins Spiel und Allegorien wie Momos als Verkörperung des Spotts oder für die Oper des Frühbarocks typische Figuren wie die komische Alte, die Amme und ein burlesker Satyr weiten das Ganze ins Groteske, ja Parodistische.

Der Hörer dieser als tragicomedia konzipierten barocken Grand Opéra sieht sich einem schwindelerregenden Rausch gegenüber, einem Reichtum an Charakteren, Situationen und Musik – zahllosen kleinen, mal tänzerisch beschwingten, mal melodiös einschmeichelnden Arien, Duetten, Ensembleszenen, Chören und Tänzen –, deren Überfülle ihn fast den Überblick verlieren lässt. Erst der Tod Euridices am Ende des zweiten und der ...

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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Uwe Schweikert

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