Raffsucht in Roulettenburg

Harry Kupfer und Sebastian Weigle treffen in Frankfurt den farcehaften Ton von Prokofjews sperrigem Spieler

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Die ersten Takte signalisieren Jahrmarkt oder ­Music Hall, leicht angeschrägt. Man könnte auch an die Klangchiffre eines kreiselnden Roulette-Rades denken: Wir befinden uns in einem imaginären Spielcasino, in «Roulettenburg». Dort spielt, frei nach Dostojewskij, die Oper Der Spieler, ein frühes Projekt Sergej Prokofjews, das er schon 1917 für das Mariinsky-Theater in St. Petersburg geschrieben hatte, wo es allerdings den Revolu­tionswirren zum Opfer fiel. Die drastisch umgearbeitete Zweitfassung wurde 1929 im Brüsseler Théâtre de la Monnaie (in französischer Sprache) uraufgeführt.

Diese Version hat Harry Kupfer nun ungekürzt in Frankfurt inszeniert – auf Deutsch (was der ehemalige Chef der Komischen Oper Berlin sowieso bevorzugt).

Auch von der antiromantischen Neusachlichkeit, dem schnoddrig-mondänen Flair der 1920erJahre scheint etliches eingeflossen in die Partitur, die zwischen der rabiat entchromatisierten Sprache des frühen Prokofjew und einem irisierend verfremdeten gesellschaftsmusikalischen Tonfall schwankt, ohne auf Bruitismen ganz zu verzichten. Rhythmische Pointierung, eckige Klanggestalten, Parlando-Witz sind weitere Bestandteile dieser Komposition, deren Libretto – mit ...

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Opernwelt März 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Hans-Klaus Jungheinrich

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