Prekär

Puccinis «Bohème» aus Malmö und Turin

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Aki Kaurismäkis Kultfilm «Das Leben der Bohème» hat offenbar einen Paradigmenwechsel in der Opernregie eingeleitet. Heute wird Puccinis Adaption des Romans von  Henri Murger jedenfalls vorwiegend in modernen Kostümen gespielt. Sängerische Schwergewichte wie Luciano Pavarotti und Montserrat Caballé in historischem Outfit würden wohl kaum noch Furore machen. Authentizität heißt jetzt das erste Regiegebot, dafür nimmt man auch geringere Stimmkaliber in Kauf.

Im Falle von «La Bohème» schafft die Aktualisierung der Handlung keine Probleme, denn die prekäre Existenz von Künstlern, die sich fallweise in Wohngemeinschaften zusammenfinden, ist immer noch ein Thema.

In einer Produktion aus Malmö ist die optische Modernisierung weitgehend gelungen, wobei hier das fast surreale Bühnenbild von Leslie Travers den früher üblichen szenischen Illusionismus suspendiert. Die Bohèmiens hausen in einem engen Wolkenkuckucksheim unter freiem Himmel, das Café Momus wird durch hin und her fahrende Sitzecken manifest, Mimìs Tod findet nicht in der Mansarde, sondern auf der Straße statt. Die Inszenierung der Irin Orpha Phelan hält die Sängerdarsteller zu natürlichem Agieren an. Gesungen wird in allen ...

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Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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