Pop-psychedelische Space-Oper
Auf einem braunen Ledersessel, hinter einem großen Lenkrad, sitzt eine Frau mit dunkler Sonnenbrille und Lederjacke. Mit einem türkischen Popsong auf den Lippen lenkt sie den fiktiven Bus an der Skyline einer Großstadt vorbei. Hinter ihr klammern sich zwei Männer und eine Frau an einer Haltestange fest und wippen schlecht gelaunt im Takt. Eine türkische Version des Musicals «Linie 1», könnte man denken. Doch dann der Plot-Twist: Der Bus hebt ab und kollidiert mit einem außerirdischen Planeten.
Dort erfahren die Weltreisenden von einem zweiköpfigen Papagei und einer digitalen Schutzmantelmadonna namens UmaXT, dass eine Geheimorganisation aus korrupten Politikern plant, die Erdbewohner ihrer wichtigsten Ressource zu berauben: ihrer Phantasie. Die Menschheit muss gewarnt werden! Zuvor muss aber der Minibus repariert werden. Und zwar mit Musik. Während Videoprojektionen psychedelische Farbströme zeigen, singen und tanzen die Gefährten so lange zu lebensbejahenden Beats, bis der kleine Transporter wie von Zauberhand wieder fahrtüchtig ist. Ein zünftiger Rave ist eben die Lösung für fast alle Probleme.
Leider wirkt das Bühnengeschehen von «Consistent Fantasy is Reality» genauso ...
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Anna Schors
Die Namen von Robert Fürstenthal und Walter Aptowitzer sind vermutlich nur wenigen Eingeweihten ein Begriff. Beide Komponisten stammten, wenngleich sie unterschiedlichen jüdischen Milieus angehörten, aus Wien; beide mussten 1938, nach dem «Anschluss» Österreichs, ihre Heimat verlassen, um nicht in die Fänge des nationalsozialistischen Terrors zu geraten; und beide...
Auf den ersten Blick wirken seine Artefakte amorph, wie zerklüftet im Lauf der Jahre. Länger betrachtet lassen die scheibenartigen Skulpturen indes oft menschliche Gestalten erahnen, die mit der Zeit ihre Eigenart verloren haben: Gesichter, kaum noch erkennbar. Manchmal sind es derer sogar zwei. Nicht eben zufällig hat der britische Bildhauer Tony Cragg vor einigen...
Die Neuproduktion von «Pelléas et Mélisande» an der Pariser Nationaloper ruht fast ganz auf den Schultern beziehungsweise Gurgeln des Titelpaars. Sabine Devieilhe singt die Mélisande seit nunmehr zehn Jahren: konzertant (in Tourcoing 2015 und am Pariser Théâtre des Champs-Élysées 2018) und auch szenisch (Ende letzter Spielzeit mit großer Resonanz an der Bayerischen...
