Plüsch, Opulenz, Fantasy

Sony bringt weitere Produktionen aus dem Fundus der Metropolitan Opera heraus

Opernwelt - Logo

In der zweiten DVD-Staffel von Aufführungen der Metropolitan Opera greift Sony in den Fundus und präsentiert Produktionen, die teilweise älter aussehen, als ihr Entstehungsdatum vermuten lässt. Das gilt insbesondere für die Inszenierungen von Franco Zeffirelli, dem Verfechter eines traditionellen und kulinarischen Musiktheaters, das hier im Falle von «Otello» und dem veristischen Doppel «Cavalleria/Pagliacci» bereits antiquiert wirkt.

Tatsächlich stammen beide Produktionen noch aus den letzten Jahren der Ära Rudolf Bings, wurden vom Assistenten Fabrizio Melano wohl mehr verwaltet als wirklich aufgefrischt. Es entsteht der Eindruck zwar prominent besetzter, aber nur wenig inspirierter Repertoire-Vorstellungen.

Das Drama «Otello» droht im Prunk der Ausstattung, insbesondere der Kostüme, unterzugehen. Das ist schade, denn mit Jon Vickers, Cornell McNeil und Renata Scotto stand die damals bestmögliche Besetzung zur Verfügung, da alle drei Sänger auch großartige Schauspieler sein konnten. Am besten setzt sich die Scotto gegen den Breitwandstil durch, den auch der junge James Levine am Pult kultiviert. Ihre Desdemona nimmt vom ersten Auftritt an durch einen ungewöhnlichen Reichtum an ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 29
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Je prächtiger, desto mächtiger

Auch im Jahr von Friedrich II. 300. Geburtstag bleibt es schwer zu fassen: das Ineinander von Vernunft und Verwüstung, Kunst und Kadavergehorsam, Schöngeistigkeit und Menschenverachtung, das zu seinem Preußen gehört. Wurde dieses Preußen – es ist eine alte Frage – in einer Kanonenkugel ausgebrütet? Oder doch in einem aufgeklärten Kopf? Schon als junger Mann wollte...

Theaterglück fällt nicht vom Himmel

Seit 2010 leitet Gerard Mortier das Teatro Real in Madrid. Sein Ziel: Die spanische Hauptstadt soll von der Peripherie ins Zentrum der europäischen Opernlandschaft rücken. Doch die Bedingungen auf der iberischen Halb­insel haben sich dramatisch verschärft. Jeder fünfte Spanier ist arbeitslos, die öffentlichen Haushalte sind überschuldet, die Hoffnungen auf eine...

Die Hochzeit – ein Traum

Einen Zyklus mit Meisterwerken des 20. Jahrhunderts zu starten, ist keine neue Idee. Aber darum wird ja nicht schlechter, was das Badische Staatstheater unter seinem neuen Intendanten Peter Spuhler in Szene setzt. Noch verdienstvoller indes: Den Anfang markiert in Karlsruhe «Romeo und Julia auf dem Dorfe» von Frederick Delius.

Die Väter bekriegen sich. Die Kinder...