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Kusser: Adonis am Rokokotheater Schwetzingen

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Wenn die Lichter im Saal erlöschen, löst sich aus dem Dunkel der Bühne eine Gruppe von sieben Menschen, die, mit Taschenlampen in den Händen, ins Theater eingedrungen ist, dort auf zerfledderte Noten, barocke Prospekte und alte Kostüme stößt und jetzt spielt, was ihr in die Hände fällt. Dieser improvisierende Beginn, bei dem sich Realität und Fiktion, Personen und Figuren verwischen, bestimmt den temporeichen Abend. Alle Handgriffe, Kostümwechsel, Verwandlungen bewerkstelligen die «glorreichen» Sieben selbst.

Was sie zeigen, ist ein barockes Liebesverwirrspiel aus der antiken Götterwelt – «Adonis» von Johann Sigismund Kusser –, in dem Cupido die Paare aufmischt: Apollo, dem die keusche Daphne ihre kalte Schulter zeigt und Vulcanus, dem Pallas einen Korb gibt. Den bösesten Streich erlaubt sich der Liebesgott, wenn er seine Mutter Venus mit Adonis verkuppelt, den eigentlich nur die Jagd interessiert. Dieses Ganovenstück kann nicht gut ausgehen. Daphne entzieht sich Apollos Nachstellungen durch die Verwandlung in einen Baum; Adonis stirbt in Venus’ Armen, nachdem ihn ein Eber tödlich verletzt hat. Was das Stück abwechslungsreich macht, sind die kurzen, Schlag auf Schlag folgenden ...

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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Uwe Schweikert

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