Passt schon
Altkaseralm, Stoana-Alm, Asten-Alm, beschaulich klingt das und sieht auch so aus. Gegen die berühmteste Wiese der Geschichte kommen Erls erhöhte Grünflächen freilich nicht an: Rütli – schon bei Erwähnung des Areals am Vierwaldstättersee türmt sich Schweizer Geschichte vor dem inneren Auge auf. Und dennoch: Gioachino Rossinis «Wilhelm Tell», hier in der Zweitvariante als «Guglielmo Tell» gespielt, passt ins untere Inntal zwischen Kufstein und Rosenheim. Nicht nur in die Bergkulisse, die man während der beiden Pausen ausgiebig bestaunen darf, sondern auch akustisch.
Das Erler Festspielhaus, diese futuristische Flunder neben dem Passionsspielhaus, bietet der Partitur genug Raum – auch weil Gustav Kuhn mit dem Tiroler Festspielorchester nicht Effekte melkt, sondern mit locker ausgespieltem Handwerk an einem geschmeidigen, farben- und mixturenreichen Klangbild interessiert ist.
Mit Rossinis Musiktheatervermächtnis haben sich die Erler auf für sie recht entlegenes Terrain gewagt. Wie fast jedes Jahr wird Wagners «Ring» im akustisch hervorragenden Passionsspielhaus aufgeführt. Besonders als Kassenknüller ist das wichtig, der Stammpublikum lockt und anderes querfinanziert, der Vorverkauf ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 89
von Markus Thiel
Er musste sich räuspern, dann brach ihm fast die Stimme weg. Auf diesen Moment habe er 27 Jahre lang gewartet, sagte Oswald Georg Bauer, als seine «Geschichte der Bayreuther Festspiele» im Juli in Haus Wahnfried vorgestellt wurde. 27 Jahre hat er an diesem Werk gearbeitet – das ist in etwa so lange, wie Wagner für den «Ring» brauchte. Der Auftrag kam 1989 von...
Berlioz, szenisch? Gab es in Moskau lange nicht. Im Bolschoi Theater dirigierte Alexander Vedernikov 2002 «La Damnation de Faust» – konzertant. Überdies fehlten ihm damals, wie er selbst befand, zwei Wochen Probezeit. Der aktuelle Generalmusikdirektor, Tugan Sokhiev, führte im April dieses Jahres in einem Galakonzert Berlioz’ Requiem auf, wobei zwar der Chor des...
Eigentlich haben Szene und Musik bei den Bayreuther «Parsifal»-Aufführungen nur selten zusammengepasst. Die Diskussion setzte schon wenige Jahre nach der Uraufführung ein, als Felix Mottl das Dirigat von Hermann Levi übernahm und damit – so hörten es jedenfalls die Antisemiten, darunter Witwe Cosima – das Stück insgesamt neu beleuchtete. Hans Knappertsbusch hasste...
