Oper Digital
Oper im Fernsehen sei keine Oper mehr, fand Theodor W. Adorno. Seit seinem Verdikt ist allerdings viel passiert. Man könnte sogar sagen, dass der Fortschritt der Hightech-Industrie ein neues Sensorium für die alten Formen aristokratischer Unterhaltung geschaffen hat. Die folgende Tour d’Horizon schlägt einen Bogen von den Anfängen des Musikfilms bis zu aktuellen Formen des Home Entertainments und wegweisenden Projekten in New York, London und Sydney.
Opernhäuser, so viel steht fest, sind längst Medienbetriebe geworden, die ihr Kerngeschäft, die Bühnenproduktion, zur Wertschöpfung auf allen Kanälen nutzen (müssen). An Covent Garden macht die Rundumvermarktung der Aufführungen durch eine Subgesellschaft bereits ein Fünftel des Budgets aus. Tendenz steigend.
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: , Seite 76
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Schon während der gemeinsamen Arbeit an «Elektra» war es für Richard Strauss klar, dass er die Partnerschaft mit dem Dichter Hugo von Hofmannsthal fortsetzen würde. Dieser war seinerseits von der Aussicht, ins Musiktheater hineinwirken zu können, sehr angetan. Allerdings hatte er die Vorstellung, wie im Fall «Elektra» die Stücke erst einmal für die Sprechbühne zu...
Prima la Musica? Erst kommen Klangvorstellungen: Einfälle zu Instrumentation, Melodie, Harmonik. Dann sucht Wolfgang Rihm die passenden Textpassagen dazu. So jedenfalls war es bei «Dionysos», einer «Opernphantasie», die bei den Salzburger Festspielen herauskam und nun zur «Uraufführung des Jahres» gewählt wurde. Wobei die Musik natürlich ihrerseits ohne Anstöße...
Das gab es noch nie. Erstmals wurde bei der jährlichen Kritikerumfrage dieser Zeitschrift ein Opernhaus des Jahres gewählt, das außerhalb des deutschen Sprachraums steht: das Théâtre Royal de la Monnaie. Die Entscheidung für Brüssel zeigt: Wichtiger als alles Marketing ist das geistige Profil eines Hauses. Solange die künstlerische Substanz dünn bleibt, nützt die...
