Ohne Verfallsdatum
Das diskografische Erbe des Tenors Peter Anders, der sich mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode noch ungebrochener Popularität erfreut, ist beeindruckend: Rund fünfhundert Aufnahmen, die Rundfunkproduktionen mitgerechnet, sind erhalten, ein großer Teil davon wurde auf CD recycelt. Neues zu entdecken gibt es bei diesem Sänger also kaum, aber das Wiederhören des Bekannten bestätigt immer wieder die Frische seiner Interpretationen, die einige stilistische Paradigmenwechsel überdauert haben.
Mit fünfundzwanzig Jahren erhielt Anders bei Telefunken seinen ersten Plattenvertrag, nach dem Kriege arbeitete er erst für Electrola, dann für Deutsche Grammophon, dazwischen war er in großem Umfang für den Reichsrundfunk tätig. Berlin Classics hat den 100. Geburtstag des Tenors am 1. Juli zum Anlass genommen, einige bereits früher als CD veröffentlichte Aufnahmen dieser «mittleren» Periode in digitaler Überarbeitung in einer Dreier-Box zusammenzufassen. Sie vermitteln ein facettenreiches und durchaus nicht einheitliches Bild seiner stimmlichen Möglichkeiten und seiner Gestaltungskunst.
Im Mittelpunkt der Kollektion steht das deutsche Kunstlied, wobei eine ganze CD Franz Schubert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Vor etwas mehr als drei Jahrzehnten brachte David Cronenberg den Film «The Fly» heraus. Darin entwickelt der ehrgeizige Biochemiker Dr. Brundle die Technik der «Teleportation». Vermittels dieser werden komplexe Substanzen, später auch Lebewesen atomisiert, die Elementarteilchen per Funk verschickt und am Zielort wieder zusammengesetzt. Brundle, der näher mit einer...
Der Hügel ist nicht grün, sondern aus gelbgrauen Ziegeln, gleicht von der Form her eher Pieter Brueghels Turm zu Babel und kann über einen Spiralenweg in knapp mehr als einer Minute erklommen werden. Vor allem aber steht er nicht in Bayreuth, sondern am Donau-Ufer in Budapest, vor dem «Palast der Künste». In diesem vor drei Jahren eröffneten Kulturkomplex fand...
Seit Götz Friedrichs Tod im Jahr 2000 ist dies die erste Wagner-Inszenierung an der Deutschen Oper – und doch nur ein zarter Vorbote der Rückkehr zur Wagner-Pflege. Die harsch niedergebuhte Arbeit der türkisch-italienischen Regisseurin Tatjana Gürbaca ist, zugegeben, vor allem eines: langweilig. Das ist erstaunlich, denn als Schülerin von Ruth Berghaus und Peter...
