Nostalgische Melange
Das hat sich Eduard Tobler, Besitzer der Berliner Tobler-Werke, fein ausgedacht: einmal inkognito als armer Mann in den Winterurlaub zu reisen, um herauszufinden, ob er im Grandhotel dann ebenso gut behandelt wird wie die Millionäre, zu denen er eigentlich gehört. Nur dass ihm zum einen seine Tochter dazwischenfunkt, die dem Hoteldirektor vorab verrät, dass da gar kein armer «Schulze» kommt, zum anderen ein tatsächlich armer Gast, mit dem er verwechselt wird und dem nun alle Annehmlichkeiten eines Millionärs zuteilwerden, während Schulze alias Tobler Schnee schippen darf.
Keine Frage: Erich Kästners Roman «Drei Männer im Schnee», erschienen 1935 in Zürich, ist der geborene Operettenstoff. Weshalb schon im «Dritten Reich», wo Kästner offiziell Publikationsverbot hatte, ein erfolgreiches Lustspiel daraus wurde und weltweit noch einige erfolgreiche Verfilmungen. Das Münchner Gärtnerplatztheater hat aus dem Stoff nun eine ebenso erfolgreiche Revueoperette im Stil der 1930er-Jahre gemacht, wenn man den stehenden Ovationen bei der Uraufführung glauben darf.
Das deutlich die Handschrift des Gärtnerplatz-Intendanten Josef E. Köpplinger tragende Erfolgsrezept ist dabei klar, sobald der ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Michael Stallknecht
Vor drei Jahren hat die junge Sopranistin Anna Lucia Richter ihre erste Solo-CD vorgelegt (siehe OW 3/2016). Was damals ein Versprechen war, wird jetzt mit ihrem zweiten, Schubert gewidmeten Solo-Album zur Erfüllung. Dabei macht sie es sich mit bekannten Highlights wie Goethes Mignon-Liedern, dem «Ave Maria» oder dem «Hirt auf dem Felsen» nicht leicht. Technisch...
Nein, diese Senta träumt nicht. Diese Senta ist ein Trotzkopf, stets im Hier und Jetzt. Ein Wimmelkind, das sich nicht bändigen lässt, weil es seinen eigenen Willen hat und den, zur Not wider jede Vernunft, durchsetzt. Schon als kleines Mädchen. Kaum ist der erste Sturm durch die Ouvertüre gebraust, kaum strömt das tannhäuserhafte F-Dur-Andante mit dem...
Kaum sind die Lichter im Saal erloschen, platzen sie aus dem Nichts hervor: die Autohupen, die krass klingen, aber in Rede und Gegenrede ein artiges Ensemble bilden. Der fulminante Einstieg mitsamt seiner Fortsetzung, mit dem Röhren der tiefen Blechbläser und des Kontrafagotts, mit dem Auftritt des dauerbesoffenen Piet vom Fass (Alexander Kaimbacher) und mit der...
