... Neue Musik
Frau Saariaho, brauchen Sie die Oper, um ein größeres Publikum zu erreichen?
Ja, so ist es. Denn die Oper bringt ja nicht nur ein größeres Publikum, sondern auch ein gemischteres. Und sie bringt die großen Dirigenten. Wenn es gute Aufführungen sind, ist die Oper für viele Menschen ein gut zugängliches Medium. Von «L’Amour de loin» gab es immerhin acht Produktionen. Es gibt sogar Opern-Fans, die alles sehen wollen, was ich für die Oper komponiert habe. Solche Erfahrungen mache ich im Konzert nicht.
Sind Sie selbst ein Opern-Fan?
Nicht wirklich.
Ich liebe gute Musik – gern in kleineren, intimeren Besetzungen. Was mich für die Oper begeistert, ist die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Als Komponistin bin ja ich meistens allein, und zwar für Jahre. Erst während der Vorbereitungen zu einer Premiere öffne ich mich für andere. Wenn eine Zusammenarbeit erfolgreich ist, kann das eine magische Erfahrung sein.
Was befremdet Sie an der Oper?
Viel! Die schwergängige Maschinerie, die big names und die big egos, auch das viele Geld, das man dafür braucht. Außerdem glaube ich, dass es zu viele Produktionen gibt, die niemanden wirklich glücklich machen, vor allem, wenn die Inszenierungen zu ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Apropos, Seite 103
von Kai Luehrs-Kaiser
In den meisten Bühnenwerken Massenets geht es um Sinnlichkeit, Erotik, Begierde und außerehelichen Sex in allen nur erdenklichen Spielformen – und ausgerechnet zum Centenaire sind zwei DVD-Mitschnitte seiner «keuschesten» Opern herausgekommen: «Cendrillon» und «Don Quichotte» (siehe OW 06/2012), die sehr liebliche Aschenputtel-Version von 1899 und das traurige Ende...
«Diabolus in musica» lautete im Sommer 2005 die Losung für das seit 1990 alljährlich in der Emilia Romagna stattfindende Ravenna Festival. Damals dirigierte Riccardo Muti eine konzertante Version von Hindemiths Einakter «Sancta Susanna», gepaart mit Beethovens Violinkonzert op. 61, der Solist war Vadim Repin. Die 23. Saison stand nun unter einem aus Hindemiths...
Seit 1600 sind an die zehntausend Opern geschrieben worden – eine Riesenpartitur, die beständig wächst. Als «Gesamtoper» hat Alexander Kluge diesen Schatz einmal bezeichnet. Im Grand Théâtre du Provence ist er nun um ein weiteres Stück bereichert worden, um ein spannendes dazu: George Benjamins «Written on Skin», die (nach der kleinformatigen...
