Neue Leere
Das wird uns eine Leere sein», titelte kürzlich die «Süddeutsche Zeitung», als sie eine Zwischenbilanz der verheerenden Folgen des Corona-Lockdowns für die Kultur zog. Das Projektteam der Münchener Musikbiennale hat diese Leere offenbar vorausgeahnt, als sie das Programmbuchdesign für die Festivalausgabe 2020 plante – noch vor der Coronakrise. «Point of NEW Return» steht als Motto in dicken roten Blockbuchstaben auf dem Titel, in verkehrter Schrift, was ihm einen leicht absurden Dreh verleiht, und mitten auf der Seite prangt ein Loch, durch das man hindurchschauen kann.
Nachdem das Festival, dessen Motto «den desolaten Zustand unserer Weltgemeinschaft» hätte spiegeln sollen, ins Wasser gefallen ist, bleibt als einzig Greifbares vorerst nur dieses Programmbuch mit seiner merkwürdigen Ikonografie.
Die beiden Leiter der Biennale, die Komponisten und Hochschullehrer Manos Tsangaris und Daniel Ott, haben sich wohl etwas dabei gedacht. Nur was? Dass der Punkt der «neuen Umkehr» eine Leerstelle ist? Dass das Musiktheater in die Röhre guckt? Dass Letzteres bittere Wirklichkeit werden könnte, war natürlich nicht vorhersehbar. Aber auch ohne diesen Realitätsschock wirkt das launige Spiel ...
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Opernwelt Juli 2020
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Max Nyffeler
Er war der letzte Zeuge einer großen Epoche französischer Gesangskunst. 1924 im südfranzösischen Béziers geboren, erhielt Gabriel Bacquier seine Ausbildung am Pariser Conservatoire und trat 1953 am Brüsseler Théâtre de la Monnaie sein erstes festes Engagement an. 1956 wechselte er an die Pariser Opéra Comique und wurde drei Jahre später Mitglied der Opéra, deren...
Herr Ott, Ihr Familienname klingt deutsch ...
Ich stamme aus Pennsylvania. Dort leben viele Einwanderer aus Deutschland und deren Nachkommen. Meine Vorfahren sind aus dem schwäbischen Raum nach Amerika ausgewandert. Aber das ist jetzt sechs Generationen her.
Haben Sie auch wegen dieser Wurzeln zur Oper gefunden?
Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen. Als...
alpha
04.07. – 21:10 Uhr
Kathedralen der Kultur: Die Berliner Philharmonie
Anfang der 1960er-Jahre standen sich am Potsdamer Platz zwei Bauwerke als konkurrierende Visionen für die Zukunft gegenüber: die Berliner Philharmonie und die Berliner Mauer. Die Philharmonie galt als Zeichen der Offenheit und des Aufbruchs, die Berliner Mauer als Symbol der Angst und...
